Das DEB-Team vermochte nicht ganz zu überzeugen. Dennoch siegen sie gegen Ungarn verdient.Deutschland hat gegen Ungarn den dringend benötigten Pflichtsieg eingefahren. Nach einem zunächst eher pflichtbewussten Start steigerte sich das DEB-Team im Mitteldrittel deutlich und setzte sich am Ende mit 6:2 durch. Mann des Abends war Leon Gawanke, der mit drei Treffern entscheidend zum deutschen Erfolg beitrug.
Deutschland begann kontrolliert und hatte früh die erste Überzahlsituation, nachdem Horwath in der 7. Minute wegen Beinstellens auf die Strafbank musste. Der erste Treffer fiel wenig später dennoch bei fünf gegen fünf. In der 11. Minute nahm Mik dem ungarischen Torhüter perfekt die Sicht, Krämer nutzte den Verkehr vor dem Tor und brachte Deutschland mit 1:0 in Führung. Kurz vor Drittelsende musste Szongath wegen hohen Stocks hinaus, und diesmal funktionierte auch das deutsche Powerplay. Gawanke traf in der 19. Minute zum 2:0 und erzielte damit zugleich das erste deutsche Überzahltor des Turniers. Bei 8:2 Schüssen nach 20 Minuten war die Führung verdient, auch wenn Deutschland noch nicht wirklich glänzte.
Im zweiten Drittel kam der Favorit dann endgültig im Spiel an – mit leichter DB-üblicher Verspätung, dafür aber umso konsequenter. Deutschland cyclte sich immer wieder tief in der ungarischen Zone fest, hielt die Scheibe lange in den eigenen Reihen und zwang Ungarn in ausgedehnte Abwehrsequenzen. In der 38. Minute traf Reichel zunächst nur den Pfosten, eine Minute später profitierte er dann von ungarischer Mithilfe. Die Scheibe blieb an einem Schlittschuh hängen, sprang zurück zu Reichel, und dieser verwertete zum 3:0. Ungarns Defensive konzentrierte sich dabei zu stark auf den Spieler vor dem Tor und verlor den eigentlichen Abschlussmann aus den Augen.
Nur wenig später erhöhte Dove-McFalls auf 4:0. Sein Abschluss rutschte via ungarischem Torhüter und dessen Beinschoner ins Netz. Es war kein Treffer für die Galerie, aber einer, der gut zu diesem Drittel passte: Deutschland blieb dran, Ungarn verteidigte, blockte und hoffte zunehmend nur noch, irgendwie aus der nächsten deutschen Druckphase herauszukommen. Das zweite Drittel war über weite Strecken deutsches Dauercycling, während Ungarn kaum noch Entlastung fand.
Auch ins Schlussdrittel startete Deutschland zielstrebig. In der 42. Minute leitete Gawanke den Angriff selbst hinter dem eigenen Tor ein, spielte auf Kastner, bekam die Scheibe zurück und traf zum 5:0. Danach wurde der deutsche Auftritt allerdings etwas unsauberer. In der 45. Minute verkürzte Sarpatki nach einem Fehler von Grubauer auf 5:1. Der Gegentreffer sah aus deutscher Sicht nicht gut aus und war nicht der erste Wackler des Torhüters in diesem Turnier.
In der 50. Minute lag die Scheibe erneut im deutschen Tor, der Treffer wurde jedoch wegen Torhüterbehinderung an Grubauer aberkannt. Kurz darauf machte Gawanke mit seinem dritten Treffer den Hattrick perfekt und stellte auf 6:1. Ungarn leistete in dieser Phase kaum noch Gegenwehr. Ganz sauber brachte Deutschland den Abend trotzdem nicht über die Linie. In der 57. Minute traf Hari noch zum 6:2, weil die deutsche Defensive gedanklich nicht mehr vollständig präsent war. Eine weitere Coaches Challenge blieb diesmal erfolglos, da ein mögliches Offside nicht eindeutig aufgelöst werden konnte.
Am Ende stand ein klarer deutscher Sieg, der vor allem wegen Gawankes Hattrick und des deutlich besseren Mitteldrittels wichtig war. Deutschland erledigte die Pflichtaufgabe gegen Ungarn verdient, aber nicht makellos. Für ein angezähltes Team war dieser Erfolg dennoch wertvoll: als Stabilisierung, als Erfolgserlebnis für das Powerplay und als dringend benötigter Schritt zurück in die Spur.