Österreichs Schmäh kommt zu spät – Finnland siegt

Österreich zeigte gegen Finnland über weite Strecken einen ordentlichen Auftritt, musste sich am Ende aber mit 2:5 geschlagen geben. Entscheidend war das Mitteldrittel, in dem die Finnen mit drei Treffern die Partie vorentschieden.

Österreich ging gegen Finnland nicht unter, aber die Finnen waren über das ganze Spiel gesehen das klarere, kontrolliertere und in den entscheidenden Momenten effizientere Team. Gerade das erste Drittel zeigte eine Partie, die lange ruhiger verlief, als es das Resultat später vermuten liess. Finnland hatte zwar mehr Scheibenbesitz, mehr Druckphasen und traf zweimal den Aussenpfosten, doch Österreich blieb defensiv zunächst sauber organisiert und liess sich nicht einfach überfahren.

Fan, IIHF World Championship 2026 FIN – AUT, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

Die erste Strafe kassierte Österreich früh durch Hackl wegen Haltens. Später musste Nissner wegen Beinstellens auf die Strafbank – und genau diese zweite Unterzahl wurde teuer. In der 18. Minute nutzte Granlund das Powerplay und brachte Finnland mit 1:0 in Führung. Es war kein völlig überraschender Treffer, denn Finnland hatte bis dahin mehr vom Spiel. Gleichzeitig war es aber auch kein Drittel, in dem Österreich auseinandergebrochen wäre. Die ÖEHV-Auswahl hielt dagegen, fand offensiv aber kaum Entlastung.

Im zweiten Drittel änderte sich das Bild deutlicher. Finnland erhöhte den Druck und kam nun vermehrt in die gefährlichen Räume. In der 23. Minute stellte Mäenalanen auf 2:0. Österreich bekam danach durch eine Strafe gegen Merelä die Chance im Powerplay und machte das ordentlich. Das Überzahlspiel war bemüht, druckvoll und keineswegs schlecht, doch der Treffer blieb aus. Genau das war am Ende ein Unterschied: Österreich arbeitete sich Chancen mühsam heraus, Finnland war in den entscheidenden Szenen klarer.

David Kickert #30, IIHF World Championship 2026 FIN – AUT, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

Bitter wurde es in der 32. Minute. Puljujärvi erzielte das 3:0 nach einem unglücklichen Moment von Kickert. Der österreichische Torhüter war mit der Fanghand an der Scheibe, bekam sie aber nicht richtig zu fassen. Nach dem Nachsetzen kullerte der Puck ins Tor. Solche Treffer sind hässlich, aber sie fallen eben oft dann, wenn eine Mannschaft längere Zeit unter Druck steht. Nur kurz darauf legte Manninen das 4:0 nach. Diese zwei schnellen Tore nahmen dem Spiel praktisch die Spannung. Bei 19:6 Schüssen nach zwei Dritteln war die Richtung klar.

Trotzdem gab Österreich das Spiel nicht einfach her. Im Schlussdrittel zeigte die Mannschaft nochmals eine gute Reaktion. Nissner verkürzte in der 43. Minute auf 4:1 und belohnte damit den aktiveren österreichischen Beginn in den letzten Abschnitt. Finnland antwortete jedoch vier Minuten später durch Puistola mit dem 5:1. Danach wurde die Partie etwas offener, auch weil Finnland spürbar vom Gas ging. Nach je zwei Minuten gegen Thaler und Räty wegen übertriebener Härte sowie einer Strafe gegen Kolarik wegen Beinstellens blieb Österreich weiter bemüht.

Team Finland Head Coach Antti Pennanen, IIHF World Championship 2026 FIN – AUT, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

In der 58. Minute erzielte Wallner noch das 5:2. Das letzte Drittel ging bei den Schüssen sogar knapp mit 9:8 an Österreich. Das ändert am verdienten finnischen Sieg nichts, zeigt aber, dass Österreich auch nach dem klaren Rückstand nicht auseinanderfiel.

Am Ende war es ein unterhaltsames Spiel, in dem Österreich phasenweise ordentlich mithielt. Der Knackpunkt lag klar im Mitteldrittel: Das unglückliche 3:0 und das schnelle 4:0 kurz danach entschieden die Partie. Finnland musste danach nicht mehr glänzen, sondern nur noch verwalten. Österreichs Aufbäumen kam zu spät, war aber immerhin mehr als nur Resultatkosmetik.