Die Finnen gewinnen – Sauna bei den Deutschen

Waltteri Merelä #19, Dominik Kahun #72, Marc Michaelis #65, Hannes Björninen, #24 IIHF World Championship 2026 FIN – GER, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser
Finnland spielte typisch finnisch und feiern einen 3:1 Sieg. Die Deutschen rackerten und ackerten. Viel Schweiß – kein Preis aus der Sicht der Deutschen.

Deutschland spielte, Deutschland arbeitete, Deutschland schwitzte. Aber den Aufguss bestimmten die Finnen. Finnland gewann zum Auftakt gegen Deutschland mit 3:1, nicht weil die Deutschen völlig neben sich standen, sondern weil Finnland genau das tat, was Finnland in solchen Spielen eben tut: ruhig bleiben, Räume schliessen, Fehler bestrafen und vorne dann zuschlagen, wenn es wirklich weh tut.
Schon das erste Drittel zeigte die Richtung. Finnland war schneller im Spiel, klarer in den Abläufen und direkter in den gefährlichen Zonen. Deutschland hielt dagegen, kam aber zunächst zu selten dorthin, wo es für die Finnen wirklich unangenehm geworden wäre.
In der achten Minute musste Kasper wegen Beinstellens auf die Strafbank. Gegen Finnland ist das selten eine gute Idee. Wenig später war die Scheibe im Tor. Lundell zog von der blauen Linie ab, Puljujärvi stand stark vor dem Tor, nahm Sicht und Raum — und Finnland führte 1:0.

Jesse Puljujärvi #13, Marc Michaelis #65, IIHF World Championship 2026 FIN – GER, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

Deutschland bekam danach selbst die Chance in Überzahl. Manninen musste in der zwölften Minute wegen Behinderung raus. Das deutsche Powerplay war nicht schlecht, aber es war zu wenig zwingend. Die Struktur war da, der Zugriff auch, aber zu oft wurde die Scheibe noch einmal quergelegt, noch einmal gesucht, noch einmal verziert. Gegen Finnland ist das gefährlich. Nicht, weil die Finnen dann hektisch werden, sondern weil sie genau darauf warten. Sie lassen dich aussen herum spielen, halten das Zentrum dicht und räumen die gefährlichen zweiten Scheiben weg.

Im zweiten Drittel wurde es aus deutscher Sicht noch ärgerlicher. Finnland kassierte Strafen, Deutschland bekam Möglichkeiten — aber der Ausgleich fiel nicht. Fünf finnische Strafen, kein deutsches Tor: Das war einer der Kernsätze dieses Spiels. Die Deutschen spielten ordentlich, teilweise sogar gut. Aber sie spielten zu oft aussen herum. Sie hatten Puckbesitz, sie hatten Zonenzeit, sie hatten Schüsse. Doch die Finnen hatten die gefährlicheren Momente. Kurz nach Wiederbeginn musste Moritz Seider zweimal für Grubauer auf der Linie retten. Das war spektakulär, aber aus deutscher Sicht auch ein Warnsignal mit Blaulicht.
Denn während Deutschland viel Aufwand betrieb, blieb Finnland mit wenigen Aktionen brutal gefährlich. Breakaways, schnelle Gegenstösse, klare Pässe in die Tiefe — das war nicht immer laut, aber immer scharf. Grubauer hielt Deutschland in dieser Phase im Spiel. Ohne ihn und ohne Seiders Rettungsaktionen wäre die Partie früher entschieden gewesen.

Stefan Loibl #15, Anton Lundell #15, Jesse Puljujärvi #13, IIHF World Championship 2026 FIN – GER, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

Im letzten Drittel kam Deutschland besser zurück. Es war das beste deutsche Drittel des Spiels. Mehr Druck, mehr Mut, mehr Tempo. Aber zuerst traf wieder Finnland. In der 42. Minute musste Eder auf die Strafbank, und wieder nutzten die Finnen ihre Überzahl. Lundell brachte die Scheibe hart nach unten, Teräväinen war eingebunden, Barkov sorgte in der Entstehung für Unruhe, und Puljujärvi vollendete zum 2:0. Es war kein Zufallstor. Es war finnische Effizienz in Reinform.
Deutschland gab sich nicht auf. In der 49. Minute fiel der verdiente Anschluss. Loibl zog mit einem harten Slapshot ab und versenkte die Scheibe zum 2:1. In dieser Szene waren die Finnen einmal nicht konsequent genug, und Deutschland nutzte die Lücke. Plötzlich war das Spiel wieder offen. Plötzlich war Druck da. Plötzlich musste Finnland wieder etwas mehr tun als nur Temperatur verwalten.

Doch Finnland blieb gelassen. Auch eine Strafe gegen Dove-McFalls in der 51. Minute brachte den Finnen zwar kein weiteres Tor, aber sie verloren nicht die Kontrolle. Deutschland versuchte es weiter, kämpfte, drückte, suchte den Ausgleich. In der 56. Minute kam dann die Entscheidung. Räty nahm einen flatternden Pass stark an und verwertete sauber zum 3:1. Das war technisch stark und vom Timing her bitter für Deutschland.

Nach einem Time-out nahm Deutschland in der 57. Minute den Torhüter vom Eis. Das Anspiel lag im finnischen Drittel, die letzte Hoffnung war noch da. Doch Finnland liess nichts mehr anbrennen. Räty traf kurz vor Schluss noch den Pfosten, dann war die Partie durch.
Am Ende steht ein 3:1 für Finnland. Für Deutschland ist das kein Spiel zum Wegwerfen, aber eines zum Ärgern. Die Leistung war nicht schlecht. Das letzte Drittel war sogar gut. Aber gegen Finnland reicht „gut“ oft nicht, wenn die entscheidenden Details nicht stimmen. Die Deutschen hatten Aufwand, Powerplays und Phasen. Die Finnen hatten Ruhe, Effizienz und die besseren Momente.

Stimmen zum Spiel:
Dominik Kahun: Wir haben eigentlich sehr gut angefangen, sind aber unter Druck gekommen. Haben aber gut vor gecheckt. Es stand lange nur 0:1. das war gut für uns. Wir haben uns das Spiel selbst mit den nicht genutzten Powerplays vertan. Dabei hatten die Finnen sogar mehr Chancen als wir und so etwas geht gar nicht.
Moritz Seider: Der Start war gut, die Spezialteams waren Ausbau fähig, das war einfach der Unterschied. Grubi (Grubauer) hat uns im Spiel gehalten, der dritte Treffer war dann der Killer.

Fotos zum Spiel: