Am Deutschland Cup muss sich das ÖEHV Team den Slowaken mit 1:6 geschlagen geben. Der einziger heimischer Torschütze war Ali Wukovivits.
Das ÖEHV-Männer-Nationalteam kassierte im zweiten Spiel beim Deutschland Cup 2026 in Düsseldorf eine deutliche Niederlage: Gegen die Slowakei unterlagen die Österreicher im PSD BANK DOME mit 1:6. Auch bei den Torschüssen waren die Slowaken mit 35:16 klar überlegen, im zweiten Drittel sogar mit 14:2.
Zum Auftakt hatte Österreich am Donnerstag gegen Gastgeber Deutschland mit 0:3 verloren. Die Slowakei unterlag im ersten Spiel Lettland mit 2:3 nach Verlängerung. In der Weltrangliste lagen die Slowaken vor dem Turnier auf Platz acht, vier Ränge vor Österreich. Das letzte WM-Duell hatte Österreich im Mai 2025 in Stockholm mit 3:2 nach Penaltyschießen gewonnen.
Teamchef Roger Bader nahm im Vergleich zum Auftakt drei Änderungen vor: Nicolas Wieser, Patrick Söllinger und Maximilian Rebernig rückten für David Kickert, Luis Lindner und Tim Harnisch ins Aufgebot. Im Tor stand diesmal Florian Vorauer, der am Donnerstag noch Ersatz gewesen war, Wieser war sein Backup. Zudem stellte Bader die Linien um, unter anderem rückte Ali Wukovits in die erste Sturmreihe neben Benjamin Nissner und Lucas Thaler.
0:0 nach 20 Minuten
Die Slowakei erwischte den etwas besseren Start, nach einigen Minuten fand Österreich aber besser ins Spiel und kam im Powerplay zu ersten Möglichkeiten, Lukas Haudum scheiterte am slowakischen Torhüter Patrik Jurcak. In der Folge entwickelte sich eine zerfahrene Partie, in der Vorauer mit mehreren wichtigen Paraden die Null hielt. Die beste österreichische Chance hatte Wukovits 33 Sekunden vor der ersten Pause: Nach einem Vorstoß von Thaler über die rechte Seite scheiterte er an Jurcak. Damit ging es torlos in die Kabinen.
Der Start ins zweite Drittel ging daneben: Nur sieben Sekunden nach dem Start des Abschnitts setzte sich Samuel Bucek gegen zwei österreichische Verteidiger durch und bezwang Vorauer zum 0:1. Nur 70 Sekunden später legte die Slowakei nach: Nach einer schnellen Passkombination traf Oleksiy Myklukha mit einem raschen Schuss ins kurze Kreuzeck zum 0:2.
Für einen weiteren Rückschlag sorgte Vinzenz Rohrer: Nach Videobeweis erhielt er in der 26. Minute für einen Cross-Check gegen den Hals eine Fünf-Minuten-Strafe samt Spieldauerdisziplinarstrafe. Die Slowakei nutzte die lange Überzahl doppelt: Einen Distanzschuss konnte Vorauer noch abwehren, den Abpraller verwertete Marek Valach in der 27. Minute zum 0:3. Nach einer kurzen Phase 4 gegen 4 erhöhte Sebastian Cederle in der 30. Minute mit einem abgefälschten Schuss auf 0:4.
Österreich gab sich aber nicht auf und versuchte, über mehr Körperspiel zurück ins Spiel zu finden. Knapp zwei Minuten vor der zweiten Pause verkürzte Wukovits etwas glücklich auf 1:4: Nach einem Versuch von Thaler im Fallen sprang die Scheibe von seinem Schlittschuh ins Tor.
Im Schlussdrittel drängte Österreich auf den nächsten Treffer: Thaler kam in der 43. Minute frei zum Schuss, in der 49. Minute scheiterte Leon Wallner mit einer großen Chance an Jurcak. Auch eine Minute später, als Wukovits nach einem slowakischen Scheibenverlust Thaler bediente, blieb der Erfolg aus.
Im Gegenzug machte die Slowakei alles klar: Einen 2-gegen-1-Konter nutzte Myklukha in der 51. Minute zum 5:1. Auch danach biss sich Österreich am starken Jurcak die Zähne aus, der 15 von 16 Schüssen parierte. In der 57. Minute stellte Bucek im Powerplay nach einer schönen Passkombination auf den 6:1-Endstand. Zum besten Spieler Österreichs wurde Wukovits gewählt.
Morgen wartet zum Abschluss Lettland auf das Team von Roger Bader: „Es war eine verdiente Niederlage gegen einen starken Gegner, aber ein, zwei Tore zu hoch. Im ersten Drittel haben wir gut dagegengehalten, im Mitteldrittel waren zehn Minuten schlecht, und die Fünf-Minuten-Strafe war komplett unnötig. Wir müssen lernen, dass auf diesem Niveau alles viel schneller gehen muss. Mit Lettland wartet morgen wieder ein guter Gegner, genau gegen solche Teams wollen wir spielen. Wir wollen unser bestes Spiel zeigen.“
Clemens Unterweger, Kapitän des ÖEHV-Männer-Nationalteams: „Das erste Drittel war ganz okay, wir sind so gestartet, wie wir uns das vorgestellt haben. Ab dem zweiten Drittel ist uns das Spiel ein bisschen entglitten. Die Slowakei hat uns mit ihrem druckvollen, körperbetonten Spiel von unserem Spiel weggebracht und jeden Fehler eiskalt ausgenutzt. Der Sieg ist verdient, wir können daraus lernen. Lettland ist eine sehr starke Mannschaft, aber wir wollen morgen endlich unser bestes Spiel aufs Eis bringen.“
Lukas Haudum, Assistant Captain des ÖEHV-Männer-Nationalteams: „Das ist sehr bitter, man will nicht so bloßgestellt werden – so hat es sich heute teilweise angefühlt. Aber Hut ab vor den Slowaken, sie haben ein fast perfektes Spiel gegen uns gespielt, waren extrem gut auf uns eingestellt und haben über 60 Minuten nicht locker gelassen. Auf diesem Niveau kann man es sich nicht leisten, ein Drittel nicht gut zu spielen. Der Deutschland Cup ist eine richtige Challenge für uns. Man gewinnt oder man lernt – das trifft hier zu.“