Alina Müller macht es wieder

Es sind diese Geschichten, die der Eishockeysport schreibt und die Erinnerungen wecken. Wie schon bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Italien, als die Schweizer Frauen gegen Tschechien den Weg zur Bronzemedaille ebneten, behielten die Schweizerinnen auch an der Weltmeisterschaft in Esbjerg die Oberhand. Und wieder war es Alina Müller, die in der Verlängerung für die Entscheidung sorgte. Nach 61:49 Minuten traf sie auf Vorarbeit von Alessia Baechler und Rahel Enzler zum 2:1-Sieg.

Dabei sah es lange nicht nach einem Schweizer Erfolg aus. Zwar brachte Ivana Wey die Schweiz in der 15. Minute nach Vorarbeit von Alina Müller mit 1:0 in Führung, doch anschliessend übernahmen die Tschechinnen zunehmend das Kommando. Linda Vocetkova glich in der 24. Minute aus. Besonders im zweiten Drittel entwickelte sich die Partie zu einer regelrechten Abwehrschlacht. Unglaubliche 21:1 lautete das Torschussverhältnis in diesen zwanzig Minuten zugunsten Tschechiens. Dass die Schweizerinnen trotzdem mit einem 1:1 in die zweite Pause gingen, verdankten sie insbesondere Saskia Maurer.

Die Schweizer Torhüterin zeigte eine herausragende Leistung und wehrte insgesamt 33 der 34 tschechischen Torschüsse ab. Mit einer Fangquote von 97,1 Prozent hielt sie ihre Mannschaft auch in den schwierigsten Phasen im Spiel. Im Schlussdrittel fanden die Schweizerinnen wieder besser in die Partie, ohne allerdings die tschechische Überlegenheit bei den Abschlüssen vollständig brechen zu können. Nach 60 Minuten stand es weiterhin 1:1.

Dann folgte die Verlängerung. Und damit die Bühne für Alina Müller. Gerade einmal 109 Sekunden waren gespielt, als die Schweizer Stürmerin den einzigen Torschuss der Verlängerung zum Sieg verwertete. Ausgerechnet Müller, die bereits das Führungstor vorbereitet hatte, wurde damit erneut zur Matchwinnerin gegen Tschechien.

Die Parallelen zu den Olympischen Spielen in Italien sind unübersehbar. Schon damals bewiesen die Schweizerinnen gegen die Tschechinnen, dass sie sich auch gegen spielerisch überlegene Gegnerinnen durchsetzen können. Der damalige Erfolg war ein wichtiger Schritt auf dem Weg zur olympischen Bronzemedaille. Nun wiederholten sie dieses Kunststück in Esbjerg.

Am Ende standen 34:13 Torschüsse für Tschechien, aber ein 2:1-Sieg für die Schweiz. Ein Erfolg, der vor allem Saskia Maurers Paraden, dem Durchhaltevermögen der Mannschaft und der einmal mehr entscheidenden Alina Müller zu verdanken war. Und ein weiterer Beweis dafür, dass im Eishockey nicht immer jene Mannschaft gewinnt, die häufiger aufs Tor schiesst.