
US Goalie Devin Cooley wurde beim gestrigen Shutout Sieg gegen Deutschland seines Teams zum Matchwinner und mit etwas Neid blickt er auf WM Maskottchen und Mamensvetter Cooly.
Man könnte meinen, dass Devin Cooley jeden Tag einen Clown zum Frühstück isst. Denn der Goalie des NHL-Teams Calgary Flames und Nationaltorhüter der US-Amerikaner ist sich für keinen Witz zu schade. Das zeigt er auch an der Eishockey-Weltmeisterschaft in Zürich.
Denn wie es der Zufall will, heisst Cooley fast gleich wie das Kult-Maskottchen Cooly. Bereits 2019 und damit beim letzten Hockeyturnier in der Schweiz war Cooly der Publikumsliebling. “Ich habe ihn in einem der ersten Spiele tanzen sehen und dachte mir: Wow, der Typ kann sich bewegen”, sagt er. und ergänzt: “Ich weiss nicht, ob ich mich so gut bewegen kann wie die Kuh.” Der Torhüter lacht.
Sein Vater habe bereits ein Foto mit dem Maskottchen und dem Trikot seines Sohnes. “Wow, das ist köstlich”, so Cooley.
Dass es das Maskottchen auch im Fanshop gibt, wusste er bisher nicht. “Ich muss unbedingt meiner Familie sagen, dass sie mir eins besorgen sollen”, sagt er und fügt hinzu: “Das wäre ein unglaubliches Souvenir und ich würde es zu all meinen Erinnerungsstücken stellen.”

Devin Cooley startete seine Karriere in der Juniorenabteilung der San Jose Sharks. Nach Abstechern bei anderen Teams und Ligen in Nordamerika feierte er in der Saison 2023/24 das Debüt in der NHL bei den San Jose Sharks. Lange blieb er dem Team aber nicht erhalten. Eine Saison später wechselte er nach Kanada zu den Calgary Flames. Dort kam er zunächst aber nicht zum Einsatz. Dafür sammelte er Erfahrung in dessen AHL-Team. Diese Saison erhielt der 28-Jährige aber mehr Vertrauen. Insgesamt kam er auf 31 NHL-Spielen und zeigte dort eine Fangquote von 90,9 Prozent.
Seine Leistung wurde mit dem ersten Aufgebot für die Nationalmannschaft belohnt. Er verstärkt den amtierenden Weltmeister und Olympiasieger im Tor. “Es ist eine Ehre, das Trikot deines Landes zu tragen”, sagt er. An der WM in Zürich bestritt er bereits drei Spiele und brillierte mit einer Fangquote von 93,1 Prozent. Gegen Deutschland hexte er sein Team im Penaltyschiessen zum Sieg.
“Ich war dieses Jahr eher durchschnittlich im Penaltyschiessen, aber es ist wirklich aufregend”, sagt er nach dem Sieg. Er geniesse das Adrenalin und die ganze Energie dabei sehr. “Der gesamte Druck lastet auf dir und den Schützen macht das wirklich Spaß”, witzelt er gelassen. Dennoch möchte er noch besser im Penaltyschiessen werden.
Auch zur Partie gegen die USA selbst kommt er kaum aus dem Scherzen. “Ich habe ein paar Tore kassiert, die mir nicht gefielen”, schmunzelt er. Welcher Goalie mag schon Gegentore?

Cooley wollte den Jungs zeigen, dass er hinten noch immer zuversichtlich sei. “Ich dachte, ich schulde den Jungs ein paar Paraden, daher bin ich froh, dass ich das im Penaltyschiessen wiedergutmachen konnte”, sagt er. Sowieso hat ihm der Start in die Partie nicht so gefallen: “Die ersten beiden Drittel waren für mich eher langweilig – nicht viele Schüsse, aber dafür viele Tore”, sagt er. Am Schluss siegten die Amerikaner 4:3, auch dank Cooley. Denn wenn es darauf ankommt, bleibt er kühl im Kopf.
Doch sobald er vom Eis ist, grinst er über beide Backen. Ob in der Mixed Zone, in einem Fernsehinterview oder in der Kabine.
Der 28-Jährige bringt Fröhlichkeit und Leichtigkeit in den Sport wie kein anderer. Ausser Maskottchen Cooly im Stadion. Und bei ihm merkt man bei jedem Wort, das seine Lippen verlässt, wie dankbar er ist, für die Calgary Flames oder die US-amerikanische Nationalmannschaft zu spielen.