Die Schweiz legt gegen Finnland früh auf 2:0 vor, verliert im Mitteldrittel kurz die Kontrolle und kassiert den Ausgleich. Am Ende gewinnt man die Gruppe A mit einen späten 4:2 Sieg.
Die Schweiz beendet die Vorrunde mit einem 4:2-Sieg gegen Finnland und holt sich damit einen verdienten Erfolg zum Abschluss. Verdient deshalb, weil die Schweizer über das ganze Spiel gesehen die besseren Antworten fanden – auch wenn sie sich im Mitteldrittel eine Phase leisteten, in der Finnland gefährlich nahe an einer kompletten Wende war.
Der Start war aus Schweizer Sicht beinahe ideal. Bereits nach 40 Sekunden stand es 1:0. Biasca lenkte die Scheibe vor dem Tor ab und erwischte Finnland damit früh kalt. Nur wenig später legte die Schweiz nach. In der dritten Minute schoss Berni den finnischen Torhüter an, der Abpraller landete ungünstig vor dem Tor – und Jäger verwertete zum 2:0. Die Schweiz war sofort präsent, suchte den Verkehr vor dem Tor und nutzte genau jene Räume, in denen man gegen Finnland erfolgreich sein muss: nicht an der Bande, sondern dort, wo es weh tut.
Finnland brauchte einige Minuten, um sich zu sortieren. Die Schweizer blieben aber auch danach aktiv. Nach Strafen gegen Bertschy und Lundell sowie später gegen Björninen kam die Schweiz zu Powerplay-Möglichkeiten. Das Überzahlspiel war direkt und ordentlich gespielt, die finnische Box stand jedoch stabil und liess wenig freie Abschlussbahnen zu. Nach dem ersten Drittel führte die Schweiz verdient, auch weil sie ihre Chancen deutlich effizienter nutzte.

Im zweiten Drittel änderte sich das Bild. Die Schweiz verlor an Kontrolle, Finnland erhöhte den Druck und zwang die Schweizer immer wieder in lange Wechsel. Zwar kam die Schweiz durchaus noch zu Abschlussversuchen, doch zu viele davon wurden geblockt oder verfehlten das Tor. Finnland brachte seine Scheiben gefährlicher durch und wurde vor dem Schweizer Tor zunehmend präsenter.
In der 28. Minute verhinderte Berra mit einem starken Save noch den Anschlusstreffer. Er verschob schnell und kickte die Scheibe mit dem linken Schoner weg. Doch der finnische Druck hatte sich bereits abgezeichnet. In der 33. Minute traf Barkov zum 2:1, nachdem die Schweiz vor dem eigenen Tor nicht konsequent genug aufräumte.
Noch bitterer wurde es zwei Minuten später. Niederreiter hatte das 3:1 auf dem Stock, doch ein Finne rettete knapp auf der Linie. Fast im Gegenzug kam Finnland zum Konter – und Barkov traf zum 2:2. Berra war dabei ohne echte Chance. Wer nun dachte, dieser Ausgleich werde die Partie komplett kippen lassen, lag allerdings falsch. Die Wirkung dieses finnischen Treffers hielt am Ende ungefähr so lange wie Globuli bei Herzrasen: kurz diskutiert, wenig nachhaltig, medizinisch fragwürdig.

Im Schlussdrittel fand die Schweiz wieder besser in die Ordnung zurück. Die Partie blieb intensiv, was auch die Strafen gegen Hischier und Räty wegen übertriebener Härte gleich zu Beginn des Drittels zeigten. In der 44. Minute hatte Hischier die erneute Führung auf dem Stock, zog stark vors Tor, scheiterte aber am finnischen Torhüter.
Die Entscheidung fiel schliesslich in der 56. Minute. Finnland kassierte eine Strafe wegen Spielverzögerung, und diesmal nutzte die Schweiz das Powerplay. Meier spielte auf Rochette, der stark erkannte, wie sich Jäger hinter dem Rücken eines Finnen löste. Der Pass kam, Jäger vollendete zum 3:2. Eine sauber herausgespielte Führung in einem Moment, in dem die Schweiz genau diese Antwort brauchte.
Finnland nahm kurz vor Schluss den Torhüter vom Eis und versuchte mit Timeout und zusätzlichem Feldspieler nochmals alles. Doch die Schweiz blieb stabil. Hischier traf in der 59. Minute ins leere Tor und machte mit dem 4:2 alles klar.
So steht am Ende ein verdienter Schweizer Sieg, aber keiner ohne Warnhinweis. Die Schweiz startete stark, verlor im Mitteldrittel zu viel Kontrolle, fand danach aber die richtige Reaktion. Genau das war gegen Finnland entscheidend: nicht fehlerfrei zu bleiben, sondern nach dem Ausgleich nicht auseinanderzufallen.
Stimme zum Spiel:
Timo Meier: Finnland ist eine junge Mannschaft mit viel Talent. Wir haben gewusst es wird ein schweres Spiel, wir haben gewusst das wir die Sache gut machen, wir glauben daran, wir glauben an uns. Wenn wir vier Linien alle richtig Spielen.