Das Frauen Nationalteam trifft sich in Klagenfurt

Von 1. bis 4. Oktober trifft sich das Frauen ÖEHV Nationalteam zu einem Camp in Klagenfurt. Nach den vergangenen Wochen wird sich erstmals zeigen wie sich die gesetzten Zeichen auswirken.

Heute startet in Klagenfurt nach dem IIHF Women’s European Cup of Nations Mitte August in der Slowakei wo der zweite Platz erreicht werden konnte in die zweite Phase der Vorbereitung für die im November startende Frauen Top Division Weltmeisterschaft 2026.
Vor diesen Turnier in der Slowakei platzte ja das Thema Fraueneishockey in den Medien richtig auf. Fuhren doch einige Spielerinnen als Protest gegen die Voraussetzungen im Team nicht mit. Für die Grazer99ers Huskies spielende Karla Kronberger war auch der Moment vor der Top-Division ein sehr guter Moment: Ich finde es wichtig das die Mädls einmal den Mut genommen haben und einmal mutig und das Thema einmal präsent gemacht haben da die Themen schon jahrelang im Hintergrund waren. Man hat über gewisse Dinge immer Diskutiert und das man mit dem Aufstieg in die Top Division diesen Schritt gemacht hat finde ich sehr gescheit.“

Karla Kronberger, Graz99ers Huskies, © Andreas Robanser / Puckfans.at

Wie ist das ganze überhaupt abgelaufen? Eine Leadership Gruppe bestehend aus fünf Spielerinnen hat zusammen mit der UNION in der younion _ Die Daseinsgewerkschaft und der Vertretung von Sascha Tomanek und Patrick Harand haben die Gespräche von Seiten der Spielerinnen mit dem ÖEHV geführt. Die Kommunikation innerhalb der Nationalteamspielerinnen lief über eine Gruppe wo auch Spielerinnen des erweiterten Nationalteam Kaders mit eingeschlossen waren und so wurden alle Spielerinnen über die Fortschritte informiert. So gab es auch intern Abstimmungen über die weiter zu setzenden Schritte.
Selina Gentelini von den VSV Lady Hawks über die Verhandlungen: Die Leadership Gruppe hat es sehr gut gemacht und uns sehr gut vertreten. Wir hoffen jetzt das was versprochen wurde nun auch umgesetzt wird.“
Am Ende wurden ein Plan bestehend aus neun Punkte erarbeitet der nun umgesetzt werden soll und muss.

Das der österreichische Eishockeyverband diese Zeichen erkannt hat sieht man bereits daran da sich in den letzten Wochen einiges auf dieser Seite getan hat. So hat man einen Sportbekleidungsfirma gefunden die das Frauen Nationalteam ausstatten wird.
Der wichtigste Schritt ist aber wohl die Ernennung von Gina Kingsbury zur General Managerin. Die Kanadierin ist wohl eine sehr gute Besetzung da sie diese Tätigkeit die letzten beiden Jahren für Hockey Canada ausgeübt hat. Zusätzlich war sie zuvor 10 Jahre als Director of Hockey Operations für den kanadischen Verband tätig und auch in der PWHL war die Kanadierin zwei Jahre bei den Toronto Sceptres als General Managerin tätig. Als Spielerin gewann sie zwei mal Olympia Gold und gewann drei Mal den WM Titel. Diese Besetzung läuft einmal bis nach der Weltmeisterschaft in Dänemark.

Dies zeigt wie wichtig es war diese Themen auf den Tisch bekommen zu haben und nun auch die Medien berichteten den allen im Frauensport ist klar das es an Medienpräsenz fehlt.
So auch für die VSV Lady Hawks spielende Alina Hinum:
“Es ist wichtig das das Fraueneishockey mehr Präsenz hat, auch in den Medien und ich glaube auch das diese Thema hoch kam sehr gut war und ich hoffe das es im Oktober Camp etwas ändert und es positive Veränderungen gibt. Wir hoffen alle das beste.“

Für den österreichischen Eishockeysport ist dieser Aufstieg in die IIHF Top Division ein ganz wichtiger Schritt das sind sich auch die Spielerinnen bewusst:
Auch sportlich gibt es den Spielerinnen neue Motivation und Anschub so Karla Kronberger:“Wir sind froh hier endlich mitspielen zu dürfen und jede will bei dieser WM dabei sein, das gilt auch für die Spielerinnen die zuletzt nicht dabei waren aber jeder kämpft. Jede Spielerin gibt noch mehr ihr bestes um dabei sein zu können weil es eben sehr etwas besonderes ist.“

Selina Gentilini, Alina Hinum, VSV Lady Hawks, © Andreas Robanser / Puckfans.at

Auch Selina Gentelini sieht dies ähnlich und fügt aber noch einen wichtigen Punkt hinzu: Die A-WM ist schon ein großer Schritt für das Frauen Eishockey. Es ist zum ersten Mal und für die jungen ein ganz großer Schritt das wir in das Top Eishockey hinauf gekommen sind und uns andere Nationen wahrnehmen das wir das auch können. Fügt aber mit der Erwähnung des Mountain Classic das kommenden Februar in Bischofshofen stattfinden wird, wie wichtig sollche Events und erreichten Ziele wie die Top Division wichtig für die Medienpräsenz ist.
Alina Hinum zeigt das sich aber auch die Spielerinnen über dieses Thema bewusst sind: „Solche Events wie die Top Division der Frauenweltmeisterschaft oder die Mountain Classic sind sehr wichtig den Frauensport mehr sichtbar zu machen, daran arbeiten wir auch beim Nationalteam im Moment sehr stark und auch im Verein schauen wir das wir Medienbeauftragte haben und Videos posten damit wir mehr Fans bekommen. Mit mehr Fans wird auch die Finanzierung leichter und dann können wir den Sport auch professioneller ausüben.“

Ab heute wird man in Klagenfurt bis zum 4.Oktober wie sehr diese am Ende sehr gute Ausgangslage um die Präsenz des Fraueneishockeys und den Frauensport allgemein positiv nutzen lässt um mehr Präsenz in den Medien zu erhalten. Verdient hätten es sich die Akteurinnen auf alle Fälle.