WM-Gold bleibt für die Schweiz weiterhin ein Traum

Das Gold Medal Game wurde zum zweiten Mal in Folge in der Verlängerung entschieden. Erneut waren die Hockeygötter nicht Schweizer.  Finnland ist Weltmeister. Für die Schweiz bliebt WM-Gold weiterhin ein Traum.

Die Finnen erwischten den besseren Start in das Gold Medal Game. Bereits früh setzten sie die Schweizer unter Druck und kamen in der sechsten Minute durch Olli Maatta im Slot zur ersten richtigen Grosschance. Leonardo Genoni parierte souverän. Von Schweizer Seite versuchte es Calvin Thürkauf mit einem Backhandschuss, doch er verlor den Puck im letzten Moment.

Der Druck der Finnen nahm zu. In der 13. Minute war Mikko Lehtonen zweimal nahe am Torerfolg. Beim ersten Versuch brachte er den Puck gefährlich in Richtung Tor, der dann noch nebens Tor abgefälscht wurde und beim zweiten Schuss prallte der Puck vom Pfosten zurück. Nur 33 Sekunden später netzte Anton Lundell ein erstes Mal ein. Die Schiedsrichter gaben das Tor, gingen aber aufgrund der Schweizer Proteste direkt zur Video Review. Aufgrund eines deutlich zu hohen Stocks von Lundell wurde der erste Treffer der Finnen korrekt aberkannt.

Leonardo Genoni #63, Anton Lundell #15, Aleksander Barkov #16, IIHF World Championship 2026 Final SUI – FIN, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

Finnland war nach wie vor tonangebend, doch gegen Ende des ersten Drittels kam es zu einer kurzen Schweizer Druckphase. Urho Vaakanainen wurde für ein Beinstellen bestraft, Timo Meier rächte sich im Vorbeigehen an einem Finnen. Daraufhin wurde Nino Niederreiter von Anton Lundell zu Boden gemäht. Timo Meier konnte von Glück reden, dass er nicht bestraft wurde. Finnlands Trainer Antti Pennanen war konsterniert.

Allgemein wirkte die Schweiz im ersten Abschnitt noch zu nervös und konnte ihr Spiel weitgehend nicht aufziehen. Immerhin konnte man gegen Ende des Drittels noch etwas aufdrehen, die Schussstatistik aufbessern und sich auch in der Offensive zeigen.

Die Schweiz startete somit während 1:55 Minuten mit zwei Mannen mehr in den Mittelabschnitt. Es resultierte jedoch kein einziger Schuss auf Justus Annunen. Die Schweiz musste mehr Zug aufs Tor bringen. Doch es waren die Finnen, die die Schweizer in der eigenen Zone beschäftigten.

Christian Marti #54, Aleksander Barkov #16, Dean Kukan #14, Leonardo Genoni #63, Attilio Biasca #94, Olli Määttä #3, IIHF World Championship 2026 Final SUI – FIN, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

Die erste Hälfte des Mitteldrittels war noch recht ausgeglichen. Dann musste Damien Riat auf die Strafbank. Die Schweizer zeigten ein starkes Boxplay und überstanden die Strafe unbeschadet.

Anschliessend machte fast nur die Schweiz das Spiel. Immer wieder gingen sie in die Offensive und brachten auch gefährliche Schüsse auf Annunen. Die besten Aktionen hatte einerseits Pius Suter, der den Puck ans Aussennetz setzte und andererseits Damien Riat, dessen Schuss zweimal gefährlich wurde.

Zu Beginn des Schlussabschnitts hatte Finnland eine gute Möglichkeit auf die Führung durch Henri Jokiharju. Die Finnen wie auch die Schweizer liessen sonst nicht viele Schüsse aufs Tor kommen. Das Geschehen spielte sich aber zunehmend in der Schweizer Zone ab. Leonardo Genoni wehrte in der 51. Minute eine riesige Abschlusschance ab und verlor dabei kurzzeitig den Stock. Die Situation ging nochmals gut.

Mascot Cooly, IIHF World Championship 2026 Final SUI – FIN, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

In einer 4 gegen 4 Situation tankte sich Roman Josi alleine auf dem Flügel durch und war nahe dran. Doch Annunen drehte sich mit und blockte den Puck noch vor der Torlinie. Es war die wohl beste Möglichkeit der Schweiz zum Gold Medal Goal. Sechs Sekunden vor Schluss der regulären Spielzeit hätte Mikael Granlund einen Fehler der Schweiz bestrafen können, doch Leonardo Genoni parierte auch diesen Puck. Es ging in die Overtime. Das nächste reguläre Tor wird den WM-Final entscheiden.

30 Sekunden nach Beginn der Overtime traf Jesse Puljujärvi den Pfosten. Der Puck prallte gefährlich zurück, doch da war das Glück noch auf Schweizer Seite. Dieses Glück beanspruchte wenig später auch Finnland, als Damien Riat ans Lattenkreuz traf. Es dauerte bis zur 71. Minute, bis die Entscheidung fiel. Konsta Helenius hatte zu viel Platz und nutzte diesen eiskalt aus. Finnland ist Weltmeister. Für die Schweiz bleibt WM-Gold ein Traum.

Roman Josi #90, IIHF World Championship 2026 Final SUI – FIN, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

Stimmen zum Spiel:

Denis Malgin: „Es war nicht einfach. Wir haben ihnen nicht viel gegeben und sie uns auch nicht. Es war über 60 Minuten ausgeglichen. In der Overtime konnte es auf beide Seiten kippen.“

Roman Josi: „Die ganze Schweiz stand hinter uns. Es war für uns ein unglaubliches Gefühl. Wir hätten es so gerne geholt. Unsere Fans hätten es verdient. Diese Stimmung, werden wir nie vergessen. Wir haben alle dran geglaubt, dass heute unser Tag wird, aber es hat nicht sollen sein.“