
20 Jahre nach dem olympischen Duell von Turin trafen Italiens Frauen und Deutschland wieder aufeinander. Das DEB Team setzt sich am Ende mit 2:1 durch.
Beide Teams starteten mit hohem Tempo in die Partie. Italien suchte früh den direkten Abschluss, Deutschland hielt mit Struktur und Zweikampfstärke dagegen. Das Spiel wogte hin und her, ohne dass sich eine Mannschaft entscheidend festsetzen konnte.
In der 4. Minute musste Luisa Welcke wegen Stockschlags erstmals auf die Strafbank. Italien konnte das Powerplay nicht nutzen. Kurz darauf folgte die Antwort: Anna Caumo wurde wegen eines illegalen Checks für zwei Minuten vom Eis gestellt. Auch dieses Überzahlspiel verpuffte.
In der 16. Minute kassierte Deutschland eine Strafe wegen Spielverzögerung, doch auch hier blieb Italien ohne Torerfolg. Beide Teams verteidigten kompakt, Abschlüsse kamen meist aus der zweiten Reihe.

Der Mittelabschnitt begann mit einem Paukenschlag. Nach nur 21 Sekunden lenkte Justine Reyes einen Schuss entscheidend ab – der Puck rutschte unter dem Arm von Deutschlands Torhüterin Sandra Abstreiter hindurch. 1:0 für Italien.
Italien blieb am Drücker. In der 28. Minute musste Nadia Mattivi wegen Beinstellens raus, doch kurz darauf hatte sie Pech: In der 30. Minute knallte ihr Abschluss an den Pfosten. Italien war näher am zweiten Treffer als Deutschland am Ausgleich.
Dieser fiel trotzdem: In der 34. Minute arbeitete sich Emily Nix energisch vor das Tor und stocherte die Scheibe zum 1:1-Ausgleich über die Linie – eher gegen den Spielverlauf.Nur eine Minute später musste Charlotte Schaffrath wegen Beinstellens auf die Strafbank. Italien suchte im Powerplay erneut den schnellen Abschluss, doch Abstreiter hielt ihre Mannschaft im Spiel.

Im Schlussdrittel verlor Italien zunehmend die Kontrolle über die Disziplin. In der 48. Minute kassierte Sara Kaneppele eine Strafe wegen illegalen Checks. Es folgte eine unruhige Phase mit mehreren Unterbrechungen.
Zwischen der 51. und 54. Minute musste Matilde Fantin gleich zweimal auf die Strafbank – zuerst wegen Behinderung, dann wegen eines Kniechecks. Deutschland übernahm nun mehr und mehr die Initiative, ohne früh Kapital daraus zu schlagen.
In der 56. Minute glich sich die Strafbilanz kurzzeitig aus, als Katarina Jobst-Smith wegen Hakens auf die Bank musste. Doch Italien kam nicht mehr richtig ins Spiel zurück.
Dann die Entscheidung: 59. Minute. Laura Kluge nahm in der Neutralen Zone Tempo auf, zog alleine Richtung Tor, täuschte an – und tanzte die italienische Torhüterin aus. 2:1 Deutschland. Ein Solo, das dieses Spiel entschied.
Italien reagierte sofort mit einem Time-out, nahm die Torhüterin bereits bei 58:41 vom Eis, doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen.
Deutschland gewinnt erneut gegen Italien – wie schon in Turin 2006. Doch während das Resultat gleich bleibt, zeigt das Spiel 2026, wie sehr Italien aufgeholt hat. Entscheidend sind am Ende nicht Spielanteile oder Mut, sondern ein einzelner Moment – und ein Solo, das sitzt.
Photo Gallery Olympic Games 2026 Womens Hockey ITA – GER 1:2