Gulasch gegen Sauna – Barkov dreht den Aufguss auf

Roland Kiss #17, Anton Lundell #15, Adam Vay #30, IIHF World Championship 2026 HUN – FIN, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser
Finnland wurde von Ungarn kaum gefordert. Am Ende setzten sich die Löwen durch. Ohne zu brillieren.

 Finnland hat seine Pflichtaufgabe gegen Ungarn mit 4:1 gelöst. Schön war es lange nicht. Im ersten Drittel wirkte der Favorit träge, ideenarm und erstaunlich ungefährlich. Ungarn stand tief, machte die Räume eng und hielt das Spiel länger offen, als es den Finnen lieb sein konnte. Nach 20 Minuten lautete die Schussbilanz nur 8:5 für Finnland. Für ein Team dieser Qualität war das schlicht zu wenig.
Im zweiten Drittel änderte sich das Bild schnell. Nur 46 Sekunden nach Wiederbeginn erhöhte Finnland den Druck, liess die Scheibe laufen und kam ins Cycling. Dann machte Aleksander Barkov eben Barkov-Dinge. Heinola traf zum 1:0 und Ungarns Defensivplan bekam den ersten Riss.

Anton Lundell #15, Bence Stipsicz #12, Patrik Puistola #21, Csanád Ravasz #45, IIHF World Championship 2026 HUN – FIN, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

In der 24. Minute folgte das 2:0. Wieder stand Barkov im Zentrum. Der finnische Captain liess drei ungarische Spieler aussteigen, als hätte er nebenbei noch Zeit für einen Teller Gulasch, und fand trotzdem noch den Pass auf Puljujärvi. Der musste nur noch vollenden. Das war individuelle Klasse gegen eine bis dahin disziplinierte, aber irgendwann überforderte ungarische Defensive.Ganz erledigt war Ungarn damit aber noch nicht. In der 28. Minute kam der Aussenseiter zurück. Nach einem Backhand-Flippass von Terbócs auf Horváth leitete dieser weiter auf Sebők. Der hatte das offene Tor vor sich und traf zum 1:2. Plötzlich war wieder etwas Spannung im Spiel.
Finnland liess sich davon aber nicht dauerhaft aus dem Rhythmus bringen. In der 37. Minute bestrafte Kuokkanen nach einem starken Shift die lange ungarische Defensivarbeit. Wieder begann die Szene bei Barkov. Nach zwei Dritteln stand es 3:1 für Finnland, die Schussbilanz von 19:5 zeigte inzwischen deutlich, wohin sich das Spiel entwickelt hatte.

Henri Jokiharju #10, Janne Kuokkanen #27, Aatu Räty #34, Eemil Erholtz #37, Harri Säteri #29, IIHF World Championship 2026 HUN – FIN, Swiss Life Arena, Zürich © Puckfans.at / Andreas Robanser

Im Schlussdrittel nahm Finnland früh die letzte Spannung aus der Partie. Kiss kassierte in der 43. Minute eine doppelte kleine Strafe wegen Beinstellens und Crosschecks. In der folgenden Überzahl traf Puljujärvi zum 4:1. Und ja: wieder mit Assist von Barkov.
Danach passierte nicht mehr viel. Horváth kassierte in der 52. Minute noch zwei Minuten wegen Beinstellens, Finnland verwaltete den Vorsprung, Ungarn kam nicht mehr ernsthaft zurück. Das Schlussdrittel war eher Pflichtverwaltung als Spektakel.Am Ende bleibt ein finnischer Arbeitssieg. Ungarn machte es dem Favoriten lange unangenehm, aber nur unangenehm reicht gegen diese individuelle Klasse nicht. Sobald Barkov im zweiten Drittel den Aufguss aufdrehte, wurde aus dem zähen Gulaschtopf doch noch eine klare finnische Angelegenheit.