
Deutschland und die Slowakei trafen als beide Verlierer ihres Auftaktspiels aufeinander.DieSlowakei setzte sich am Ende durch.
Die Slowakei übernahm von Beginn an die Kontrolle. Deutschland hatte sichtbar Mühe mit dem hohen Tempo der Osteuropäer und fand offensiv praktisch nicht statt. Entsprechend waren die Deutschen von Beginn an vor allem mit Defensivarbeit beschäftigt. In der vierten Minute führte der Druck der Slowaken zur ersten Strafe: Max Hense musste wegen Haltens auf die Strafbank. Zwar blieb das Powerplay der Slowakei zunächst ungenutzt, doch schon in dieser Phase wurde deutlich, dass die Slowaken in diesem Turnier für jedes Team ein unangenehmer Gegner sein werden.
In der 11. Minute nutzte Tomáš Chrenko eine defensive Nachlässigkeit der Deutschen zur Führung. Torhüter Linus Vieillard war gegen den unkontrolliert springenden Puck, den die deutsche Defensive nicht unter Kontrolle brachte, machtlos.

Neun Minuten später traf erneut Chrenko. Auch diesmal agierte die deutsche Abwehr nicht konsequent genug am Mann. Zwar fiel der Treffer in Überzahl, doch auffällig war, wie wenig Widerstand die Deutschen in dieser Szene leisteten. Wäre nicht der stark aufspielende Vieillard im Tor gestanden, hätten die Jungadler zur ersten Pause deutlich höher zurückgelegen. Ein Blick auf die Torschussstatistik (19:3 für die Slowakei) unterstrich die offensiven Probleme der deutschen Mannschaft im ersten Drittel deutlich.
Im zweiten Spielabschnitt starteten die Deutschen besser in die Partie – auch dank eines zwischenzeitlichen Nachlassens der Slowaken. Trotz des nun offeneren Schlagabtausches blieben die Slowaken jedoch gefährlicher als die Adler. Es schien, als seien die Deutschen noch immer nicht ganz im Spiel angekommen. Sie versuchten vieles, doch es wollte nichts gelingen – oder der slowakische Torhüter Michal Pradel legte sein Veto ein.

Je länger das Mitteldrittel dauerte, desto besser fanden die Slowaken zurück zu ihrem Spiel. In der 34. Minute musste Lenny Boos wegen eines hohen Stocks für vier Minuten auf die Strafbank. Erneut nutzten dies die Slowaken aus, und erneut traf Chrenko, nachdem ein deutscher Verteidiger den Puck unglücklich abgefälscht hatte. Für den erst 18-jährigen Slowaken war es der erste Hattrick an dieser Weltmeisterschaft. Er war der spielbestimmende Akteur seines Teams. Zusammen mit Adam Nemec dominierte er das Geschehen – die jungen Deutschen bekamen dieses Duo über weite Strecken nicht in den Griff.
Die Slowaken begannen auch den Schlussabschnitt selbstsicher und gaben den Deutschen dadurch einige Chancen. Lange konnten die jungen Spieler von Coach Tobias Abstreiter daraus jedoch keinen Nutzen ziehen. Erst in den letzten zehn Minuten setzten sie die Osteuropäer konstant unter Druck, das Spiel schien zu kippen. In der 52. Minute verkürzte Dustin Willhoft auf 1:3.

Deutschland schnupperte nun am zweiten Treffer und brachte die Slowaken zunehmend in Bedrängnis. Dies zeigte sich auch im Schussverhältnis: War dieses zu Beginn klar zugunsten der Slowaken ausgefallen, kippte es im Schlussdrittel zugunsten der jungen Adler. Fünf Minuten vor Spielende lautete dieses 15:8 für Deutschland. Zwei unnötige Strafen der Deutschen in den letzten vier Minuten unterbrachen jedoch dieses Momentum. In doppelter Unterzahl verteidigte sich das Team in Schwarz-Rot-Gold zwar aufopferungsvoll und überstand diese Phase zunächst. Die Slowaken kamen zu guten Abschlüssen, doch Torhüter Vieillard hielt sein Team – wie schon über weite Strecken der Partie – im Spiel.
84 Sekunden vor Spielende war für ihn dennoch Feierabend: Abstreiter ersetzte den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler und nahm gleichzeitig sein Time-out. Doch auch dieser letzte Versuch blieb ohne Ertrag. Am Ende setzte Adam Beluško mit dem Treffer zum 4:1 in Unterzahl und ins leere Tor den Schlusspunkt unter die Partie.
Beide Teams haben nun einen spielfreien Tag. Danach trifft Deutschland auf Schweden, während die Slowakei am Abend auf Gastgeber USA trifft.