Kanada steht nach einem erstaunlich einseitigen Viertelfinal gegen die USA im Halbfinal. Das 4:0 war am Ende nicht nur deutlich, sondern auch Ausdruck eines Spiels, in dem Kanada nie wirklich an seine Grenzen gehen musste.
Dabei begann die Partie mit einer frühen Schlüsselszene. Bereits in der 6. Minute kassierte Lindgren nach einem Check gegen den Kopf eine 5-Minuten-Strafe plus Spieldauerdisziplinarstrafe. Die Entscheidung war hart, aber absolut korrekt. Kanada kam im langen Powerplay zu mehreren guten Chancen, doch US-Torhüter Cooley hielt sein Team zunächst mit abgeklärten Paraden im Spiel.
Die USA überstanden diese Phase zwar, fanden aber nie richtig in dieses Viertelfinal. Auch ein eigenes Powerplay nach einer Strafe gegen Holloway brachte kaum echte Gefahr. Kanada verteidigte stark und kam in Unterzahl sogar zu Breakaways. In der 17. Minute nutzte Celebrini schliesslich eine weitere Überzahl: Erst täuschte er den Pass an, dann schloss er selbst ab und traf herrlich oben rechts in den Winkel.
Auch danach blieb die Partie seltsam flach. Für ein K.o.-Spiel zwischen Kanada und den USA fehlte erstaunlich viel: Tempo, Gift, Intensität und emotionale Wucht. Die USA wirkten über weite Strecken, als wollten sie nicht richtig, während Kanada im Sparmodus spielte und trotzdem alles im Griff hatte.
In der 29. Minute erhöhte Holloway nach einem Konter auf 2:0. Cooley konnte den ersten Abschluss nur abprallen lassen, Holloway verwertete den Rebound sicher. Die USA kamen zwar im Schlussdrittel noch zu einem Pfostenschuss, mehr als ein kurzes Lebenszeichen war das aber nicht.
Als die USA in der 57. Minute den Torhüter vom Eis nahmen, entschied Kanada die Partie endgültig. Brown traf zum 3:0 ins leere Tor, Crosby legte kurz darauf ebenfalls per Empty Netter zum 4:0 nach.
Kanada qualifizierte sich damit souverän für den Halbfinal. Ein Derby war dieses Spiel allerdings nicht. Es war ein erstaunlich matter Auftritt der USA – und ein kanadischer Sieg ohne Mühe.