
Drei Sieg in Folge für Österreich. Dies gab es an einer Weltmeisterschaft in der Gruppe A noch nie. Der Sieg war beeindruckend und verdient.
Österreich schreibt bei der Eishockey-Weltmeisterschaft weiter Geschichte. Mit einem 3:1-Erfolg gegen Lettland feierte die Mannschaft den dritten Sieg in Folge und legte damit den besten Start hin, den ein österreichisches Team je bei einer A-WM geschafft hat. Es war kein Spiel für die Galerie, kein Feuerwerk über 60 Minuten – aber ein Auftritt mit Geduld, Effizienz und jener Nervenstärke, die man bei Österreich auf diesem Niveau lange nicht selbstverständlich erwarten durfte.
Das erste Drittel war zunächst von gegenseitigem Abtasten geprägt. Lettland hatte etwas mehr Scheiben in Richtung Tor, Österreich blieb aber defensiv kompakt und liess sich nicht aus der Struktur ziehen. Die Letten kamen nach 20 Minuten auf acht Abschlüsse, Österreich auf fünf. Wirklich zwingend wurde es auf beiden Seiten nur selten. Es war ein Startdrittel, in dem beide Mannschaften vor allem eines vermeiden wollten: den ersten groben Fehler.

Im Mittelabschnitt nahm die Partie dann spürbar Fahrt auf. Lettland blieb mit sieben zu sechs Abschlüssen leicht im Vorteil, doch Österreich nutzte den entscheidenden Moment konsequenter. In der 28. Minute traf Harnisch zur österreichischen Führung. Besonders bitter aus lettischer Sicht: Die Szene entstand nach einem eigentlich gewonnenen Bully der Letten. Doch die defensive Zuordnung stimmte nicht, Österreich reagierte schneller, und Harnisch fand die Lücke zwischen den Schonern zum 0:1.
Dieser Treffer passte zu einem Spiel, in dem Österreich nicht dominierte, aber immer wieder die besseren Antworten fand. Lettland hatte Phasen mit mehr Puckbesitz, mehr Abschlüssen und mehr Druck, doch die österreichische Mannschaft blieb ruhig. Sie überstand die druckvollen Momente, arbeitete sauber vor dem eigenen Tor und liess sich auch dann nicht aus der Balance bringen, wenn Lettland emotionaler wurde.

Zu Beginn des Schlussdrittels kam Lettland dennoch zurück. In der 41. Minute traf Balcers zum 1:1 und brachte die Letten wieder ins Spiel. Für einen Moment schien das Momentum zu kippen. Lettland hatte nun die Energie, Österreich musste reagieren. Doch genau in dieser Phase zeigte sich die Reife dieses österreichischen Auftritts.
Nach einer Strafe gegen Batna wegen Behinderung bekam Österreich in der 45. Minute die Chance im Powerplay. Nissner brachte die Scheibe über die Linie, zunächst wurde auf dem Eis jedoch auf kein Tor entschieden. Erst nach Videostudium wurde der Treffer gegeben – Österreich führte wieder mit 2:1. Es war der Knackpunkt der Partie: Lettland hatte gerade ausgeglichen, die Stimmung auf seine Seite gezogen, doch Österreich antwortete sofort.

In der Schlussphase warf Lettland alles nach vorne. Rund eineinhalb Minuten vor dem Ende ging der Torhüter vom Eis, 17,1 Sekunden vor Schluss nahm Lettland noch das Timeout. Österreich verteidigte nun nicht mehr schön, sondern konsequent. Blocks, gewonnene Zweikämpfe, klare Scheiben – es ging nur noch darum, diesen Vorsprung über die Zeit zu bringen.
Dann setzte Rohrer den Schlusspunkt. Mit dem Treffer ins leere Tor zum 3:1 machte er die Entscheidung perfekt und besiegelte einen österreichischen Erfolg, der weit über diese Partie hinausreicht.
Drei Siege in Folge bei einer A-WM – das ist für Österreich historisch. Dieser Erfolg gegen Lettland war dabei kein Zufallsprodukt, sondern Ausdruck einer Mannschaft, die in engen Spielen inzwischen Lösungen findet. Österreich spielte nicht spektakulär, aber clever. Nicht fehlerfrei, aber stabil. Nicht überlegen, aber effizient.
Und genau deshalb ist dieser Sieg so wertvoll. Österreich hat nicht nur ein weiteres Spiel gewonnen. Österreich hat gezeigt, dass es auf diesem Niveau nicht mehr nur mithalten will. Diese Mannschaft kann Spiele kontrolliert überstehen, Rückschläge beantworten und entscheidende Momente für sich nutzen.
Der beste Start einer österreichischen Mannschaft bei einer A-WM ist damit Realität. Und nach diesem 3:1 gegen Lettland darf man festhalten: Österreich ist bei dieser Weltmeisterschaft längst mehr als nur ein unangenehmer Gegner. Österreich ist ein Team, das Geschichte schreibt.

Stimmen zum Spiel:
Paul Stapelfeldt: Ich muss kurz den Kopf schütteln, mit drei Siegen in dieses Turnier zu starten. Wir haben gewusst das auf uns ein schwieriges Spiel wartet, das wir nun mit 9 Punkten da stehen ist ein riesiger Start für uns. Wir vertrauen im Moment auf unsere Defensive und unsere Struktur im Spiel. Wir wissen wenn wir lange genug dran bleiben ergeben sich Chancen. Wir haben gewusst das die Letten heute mehr Spielanteile haben werden. Wir haben aber konsequent verteidigt und im richtigen Moment zugeschlagen. Wir freuen uns richtig auf morgen und hier in Zürich gegen die Schweiz den möglichen Gruppenfavoriten zu spielen, sie spielen ein richtig gutes Eishockey im Moment. Wenn wir gut verteidigen und alles reinlegen und jeder für jeden kämpft sind wir sicher nicht chancenlos.
Head Coach Roger Bader: Jetzt können wir vom Klassenerhalt, nach dem dritten Sieg ist der Klassenerhalt definitiv geschafft und nun kann man vom Viertelfinale reden. Die Schweiz hat sechs NHL Spieler wir haben zwei wobei beide nicht hier sind. Wir spielen morgen als einziges Team das vierte Spiel in fünf Tagen, die Favoritenrolle für morgen ist damit klar geklärt. Jetzt müssen wir und erholen den dieses Spiel hat viel Kraft gekostet aber ja es ist immer etwas möglich.