
Kanada musste gegen Dänemark lange auf Tore warten. Aber sie kamen. Am Ende ist doch wieder alles gut.
Wenn man einen Blick in die Geschichtsbücher wirft, findet man ein Duell, das bis heute in Erinnerung geblieben ist: 1949 fegte Kanada Dänemark mit einem unglaublichen 47:0 vom Eis – der höchste dokumentierte Sieg der Kanadier gegen die Dänen. Heute treffen beide Nationen erneut aufeinander, auch wenn ein derart deutliches Resultat diesmal kaum zu erwarten ist. Stattdessen dürfte die Partie deutlich ausgeglichener verlaufen. Was der Autor noch nicht wusste: er wird nur bis zur 41. Minute recht behalten.
Das noch punktlose Dänemark wäre auf Punkte angewiesen. Doch gegen die Kanadier gestaltete sich dieses Unterfangen als praktisch unmöglich. Und doch brauchten die Ahornblätter eine Weile, um ins Spiel zu finden. Die besten Chancen hatten Sidney Crosby und kurz nach Drittelhälfte Fraser Minten. Beide schossen aus nächster Distanz knapp übers Tor.
Dänemark schlug sich ausserordentlich gut. Oliver Kjaer hatte mit einem Direktschuss aus dem Bullykreis die beste Möglichkeit und zwang Jet Greaves zum Eingreifen. Kanada war offensiv noch zu harmlos. Da musste schon eine Strafe her, dass Jungspund Macklin Celebrini ein erstes Mal drei Gegenspieler überlisten und mit seinem Abschluss Goalie Nicolaj Henriksen prüfen konnte. 0:0 nach 20 Minuten.
Die Kanadier erhöhten im Mitteldrittel den Druck, konnten den Puck aber noch immer nicht im Tor versenken. Gegen Evan Bouchard rettete wieder mal die Fanghand von Henriksen. Er war schon jetzt der neue gefeierte Held Dänemarks.
Während der kanadischen Offensive unterlief Porter Martone im Fallen ein hoher Stock. Die Dänen schlugen keinen Profit aus der Strafe und mussten aufpassen: denn Martone kam von der Strafbank zurück und zog in 2 gegen 1-Manier los, Henriksen war mit dem Schoner zur Stelle. Kanada war von da an völlig von der Rolle, liess sich von Dänemark fast schon vorführen. Sowohl Christian Wejse als auch Frederik Storm scheiterten am stark agierenden Jet Greaves.
Diese Schwächephase konnten die Kanadier nicht auf sich sitzen lassen. Deshalb war in der 33. Minute zweimal Celebrini-Time angesagt. Einmal schoss er noch übers Tor, beim zweiten Versuch ging der Puck ins Tor! Doch Dänemark nahm die Coach’s Challenge wegen Offside und bekam recht. Das Tor wurde aberkannt. 0:0 auch nach 40 Minuten.
Wahrscheinlich gab es in der zweiten Pause eine deutliche Kabinenansprache bei den Kanadiern. Anders liess sich der Auftritt zu Beginn des Schlussdrittels nicht erklären. Es vergingen nur 28 Sekunden, ehe eine neue Linienzusammenstellung um Macklin Celebini, Sidney Crosby und Porter Martone die Dänen ausspielte und das Score eröffnete.
In der 44. Minute erhöhten Gabriel Vilardi und Denton Mateychuk auf 3:0. Mikael Gath musste das Time-out nehmen, um den Lauf zu brechen. Dies klappte nur bedingt. Kanada wurde zwar seinem Namen gerecht und drückte auf den vierten Treffer. Doch es war Dänemark, das sich nicht geschlagen gab.
Nach einem Puckverlust von Zach Whitecloud hinter dem Tor bediente Mikkel Aagaard Nick Olesen, der Greaves umkurvte und den Puck zum Ehrentreffer über die Linie schob. Ryan O’Reilly und Parker Wotherspoon sorgten mit ihren Toren für das Schlussresultat von 5:1.
Was wäre es für eine Schmach gewesen, hätten Martone, Crosby und Co. nicht getroffen. Es hätte die kanadische Mannschaft an dieser WM erschüttert. Da es doch noch ein paar Tore zu bestaunen gab, müssen die Kanadier nur gegen stärkere Teams eine Schippe drauflegen. Denn am Ende kommt doch wieder alles gut.