Kanada gewinnt mit angezogener Handebremse

Sandra Abstreiter #35, Marie-Philip Poulin #29, Natalie Spooner #24, Sarah Fillier #10, Olympic Games 2026 Womens Hockey QF CAN – GER, Milano Ice Park, © Puckfans.at / Andreas Robanser
Das kanadische Frauen Team  steht mit einem 5:1 Erfolg  über Deutschland erwartungsgemäß im Halbfinale.

Deutschland musste früh erkennen, wie schmal der Grat gegen den Titelverteidiger ist. 5:1 gewann das Team aus Nordamerika im Viertelfinal von Mailand, und das Resultat widerspiegelt über weite Strecken die Kräfteverhältnisse. Bereits nach 100 Sekunden setzte Brianne Jenner das erste Zeichen. Ein schneller Angriff über Maltis und Jaques, direkter Abschluss – 1:0. Kanada spielte von Beginn an mit hohem Tempo, aggressivem Forecheck und klarer Präsenz im Slot. Deutschland kam kaum geordnet aus der eigenen Zone. Claire Thompson erhöhte in der 17. Minute auf 2:0, erneut aus einer Phase, in der Kanada Druck aufbaute und zweite Wellen konsequent nachschob.
Die Deutschen verteidigten leidenschaftlich, blockten Schüsse und Sandra Abstreiter verhinderte mit mehreren starken Paraden früh eine Vorentscheidung. Doch das strukturelle Übergewicht Kanadas war sichtbar: mehr Abschlüsse aus gefährlichen Zonen, mehr Verkehr vor dem Tor, mehr Tempo im Umschalten.

Natalie Spooner #24, Nina Jobst-Smith #28, Sandra Abstreiter #35, Olympic Games 2026 Womens Hockey QF CAN – GER, Milano Ice Park, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Im zweiten Drittel hielt Deutschland das Spiel länger offen, musste aber erneut im Powerplay den Gegentreffer hinnehmen. Sarah Fillier traf in der 38. Minute zum 3:0 – technisch sauber ausgespielt, präziser Abschluss. Kanada nutzte seine Überzahlsituationen eiskalt, während Deutschland im eigenen Powerplay kaum in Abschlusspositionen kam.

Sarah Fillier #10, Nicola Hadraschek-Eisenschmid #11, Olympic Games 2026 Womens Hockey QF CAN – GER, Milano Ice Park, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Kurz nach Beginn des Schlussabschnitts erhöhte Blayre Turnbull auf 4:0. Das Spiel schien entschieden. Doch Deutschland setzte ein Zeichen: Franziska Feldmeier traf in Unterzahl zum 4:1 – ein schneller Konter, sauber abgeschlossen. Ein Moment der Moral, der zeigte, dass sich das Team nicht aufgab.
Die Hoffnung währte allerdings nur kurz. Nach weiteren Strafen gegen Deutschland nutzte Marie-Philip Poulin ein Powerplay in der 56. Minute zum 5:1-Endstand. Wenn Poulin im Viertelfinal trifft, ist das meist kein gutes Zeichen für den Gegner.

Ronja Hark #8, Blayre Turnbull #40, Ella Shelton #17, Sandra Abstreiter #35, Olympic Games 2026 Womens Hockey QF CAN – GER, Milano Ice Park, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Kanada war in allen spielentscheidenden Bereichen überlegen: mehr Abschlussqualität, mehr Effizienz im Powerplay, mehr physische Präsenz. Deutschland hielt kämpferisch dagegen, blockte viel und hatte mit Abstreiter lange einen starken Rückhalt, konnte aber die Intensität des Gegners über 60 Minuten nicht matchen.
Unter dem Strich ein verdienter Sieg für Kanada – und für Deutschland die Erkenntnis, dass man gegen die absolute Weltspitze nahezu fehlerfrei spielen muss, um eine Chance zu haben. Die Ansätze waren da, die Effizienz fehlte.

Stimme zum Spiel:
Jennifer Gardiner (CAN): Ja, ich glaube nicht, dass wir so gestartet sind, wie wir es uns gewünscht hätten und ich denke, wir waren zufrieden damit, wie unser Team sie in Schach halten konnte. Wir müssen im Halbfinale und auch in Zukunft unser Bestes geben, ich denke diese Mannschaft hat viel Potenzial und wir haben so viel Vertrauen in unsere Leistung.
Ich glaube, das war mein erstes Spiel gegen Deutschland. Sie sind eine respektable Mannschaft. Ich denke, sie haben alles gegeben und sie haben eine großartigen Torfrau. Das hat man gesehen.Sie hatten auch gute Chancen.

Photo Gallery Olympic Games 2026 Womens Hockey CAN – GER 5:1