99ers siegen in Wien, Salzburg feiert knappen Sieg bei Olimpija, Bozen holt einen Punkt in Linz

Die Graz 99ers überraschen und siegen bei den Vienna Capitals mit 3:1. Red Bull Salzburg müht sich in Ljubljana zu einen knappen 4:3 Sieg. Die Black Wings bezwingen Bozen erst mit 4:3 in der Overtime

Die Grazer fanden gut ins Spiel und konnten im ersten Powerplay des Abends auch prompt anschreiben. Kyle Beach lenkte einen Schuss von Daniel Woger vor dem Tor ins Wiener Gehäuse. Im Anschluss kam Collin Bowman zu einer Möglichkeit für die Caps, der Defender verzog aus aussichtsreicher Position aber am langen Eck vorbei. Nach 10 Minuten wurde der Forecheck der Caps intensiver und die Grazer gerieten dadurch in der eigenen Zone immer mehr unter Druck, sorgten aber ihrerseits einige Male im Konter für Gefahr. In Minute 15 feuerte Oliver Setzinger einen harten Wristshot Richtung Caps-Tor, Lamoureux konnte aber mit Mühe mit der Stockhand klären.
Gleich nach Wiederbeginn kamen die UPC Vienna Capitals beinahe zum Ausgleich. 99ers-Schlussmann Sebastian Dahm konnte die Scheibe aber nach einem wilden Gestocher unter sich begraben. In Minute 28 dann der Auftritt von Oliver Setzinger im Powerplay. Der Kapitän der Grazer hämmerte das Spielgerät vom rechten Bullykreis ins Kreuzeck und ließ Jean Philippe Lamoureux keine Chance. Drei Minuten später folgte die Antwort der Hausherren. Jerry Pollastrone brachte sein Team per Rebound in Überzahl wieder heran. Die Caps drängten auf den Ausgleich, wurden allerdings erneut durch die eigene Undiszipliniertheit bestraft. Zintis-Nauris Zusevics sorgte für den dritten Überzahltreffer der Grazer und stellte die 3:1 Pausenführung der Gäste her.
In einem zerfahrenen Schlussdrittel hatten die Caps mehr vom Spiel, viele kleine Scharmützel bremsten jedoch den Spielfluss. 99ers-Goalie Dahm lief in der Schlussphase zur Höchstform auf und bescherte den Grazern den ersten Sieg in Wien seit dem 5. Oktober 2014. Die Caps müssen damit weiter auf den 100. Punkt im Grunddurchgang warten, die nächste Chance auf diesen Meilenstein gibt es am Sonntag zu Hause gegen Znojmo.

Mit über einer Stunde Verspätung begann das Duell am Tivoli, da sich aufgrund der Witterungsverhältnisse die Anfahrt des Meisters verzögerte. Das schien die Salzburger aber nicht aus dem Konzept gebracht zu haben, sie starteten druckvoll und gingen nach fünf Minuten durch Alexander Pallestrang in Führung. Die Dominanz der Red Bulls nahm auch danach nicht ab, doch Olimpija-Goalie Tilen Spreitzer stemmte sich erfolgreich gegen die Angriffe der Gäste. Aus diesem Grund stand es nach 20 Minuten nur 0:1 aus Sicht der Gastgeber.
Nach Wiederbeginn trauten sich die Slowenen in der Offensive mehr zu und ihre Bemühungen wurden nach 27 Minuten auch belohnt: Kapitän Ales Music bediente Tim Ograjensek, der Salzburg-Goalie Bernhard Starkbaum zum ersten Mal bezwang. Dieses Gegentor war Warnung genug für den Meister. Im nächsten Powerplay sorgte John Hughes für die erneute Führung und nur 14 Sekunden später erhöhte Raphael Herburger sogar auf 3:1.
Die Drachen gaben sich aber noch lange nicht geschlagen und meldeten sich im dritten Drittel zurück. Das erste Überzahlspiel blieb zwar ungenutzt, doch kurze Zeit später brachte Raphael Bussieres sein Team wieder heran. Die beste Chance auf den Ausgleich ließen die Hausherren zunächst in einem weiteren Powerplay liegen, doch fünf Minuten vor dem Ende besorgte Music doch noch das 3:3. Die Freude währte aber nur kurz, 182 Sekunden später stand Manuel Latusa richtig und brachte den Puck zum 4:3 im Tor unter. Bojan Zajc nahm zwar noch seinen Torhüter vom Eis, der Ausgleich wollte den Slowenen aber nicht noch einmal gelingen.

Die Gäste aus Bozen starteten mit viel Schwung in das Spiel und provozierten nach nicht einmal zwei Minuten gleich die erste Strafe. Jonathan D’Aversa musste wegen Stockschlagens vom Eis und der HCB nutzte diese Chance eiskalt aus. Marc-Olivier Vallerand bediente Brodie Reid vor dem Tor und der ließ Michael Ouzas mit einem One Timer keine Chance. Die Black Wings leisteten sich viele Fehler, vor allem im Aufbauspiel spielten die Linzer immer wieder haarsträubende Fehlpässe und brachten sich dadurch selbst in Bedrängnis. In der zwölften Spielminute erhöhten die Südtiroler auf 2:0. Dennis Kearney zog mit einem schönen Solo in die Mitte, sein Schuss wurde von einem Linzer abgefälscht und landete im Tor. In der 16. Spielminute konnten die Heimfans zum ersten Mal jubeln. Nach einer schönen Kombination über Sebastien Piche und D’Aversa lupfte Potulny die Scheibe aus kurzer Distanz über die Schoner von Bozen-Schlussmann Marcel Melichercik. Nur zwei Minuten später stellten die Gäste aber wieder ihre Zwei-Tore-Führung her. Ryan Glenn bezwang Ouzas nach Zuspiel von Reid mit einem Backhandschuss durch die Schoner.
Im zweiten Drittel kamen die Hausherren immer besser ins Spiel. Beide Mannschaften lieferten sich einen offenen Schlagabtausch. Im Gegensatz zum ersten Drittel spielten die Black Wings ihre offensiven Aktionen viel konsequenter zu Ende und erspielten sich dadurch immer wieder gefährliche Chancen. Aber auch der HCB kam immer wieder gefährlich vor das Tor von Torhüter Ouzas, der bei den mehr als doppelt so vielen abgegeben Schüssen der Gäste im Mittelabschnitt alle Hände voll zu tun hatte. In der 30. Spielminute verkürzten die Linzer mit einem schönen Treffer auf 2:3. Rob Hisey lupfte den Puck über einen gegnerischen Schläger vor das Tor und Dan DaSilva ließ Melichercik mit einem One Timer in das Kreuzeck keine Chance. Die Bozener waren nicht mehr so treffsicher wie im ersten Abschnitt und vergaben zahlreiche hochkarätige Torchancen. Die größte Chance hatte Glenn in der 37. Spielminute, der nach einem scharfen Querpass von Insam das leere Tor verfehlte. Im Gegenzug machte es Linz-Crack Sebastien Piche besser. Ryan Potulny bediente ihn nach einer starken Einzelaktion und er musste nur noch einschieben.
Im letzten Drittel waren die Black Wings über weite Strecken die spielbestimmende Mannschaft. Die größeren Chancen hatten jedoch die Gäste. Kurz nach Drittelbeginn hatte Reid den Führungstreffer für den HCB auf der Schlägerschaufel. Nach einem schönen Querpass musste er nur noch in den leeren Kasten einschieben – Ouzas rutschte jedoch schnell rüber und konnte den Schuss mit einem spektakulären Save halten. Nach dieser Chance waren die Linzer die bessere Mannschaft und sie schnürten die Gäste im eigenen Drittel ein, vor dem Tor fehlte jedoch oft die nötige Präzision. In der 48. Spielminute hatte wieder der HCB eine Großchance. Metropolit fuhr im Konter auf das Linzer Tor zu und scheiterte an der Latte. Beide Mannschaften konnten in der regulären Spielzeit kein Tor mehr erzielen und somit ging es in die Overtime. In der Verlängerung ging es hin und her. Beide Mannschaften hatten die Chance das Spiel zu entscheiden. Schlussendlich behielten die Hausherren aber die Oberhand und gewannen das Spiel in der 64. Spielminute. Bei einem Getümmel vor Melichercik reagierte Hisey am schnellsten und erzielte den entscheidenden Treffer.