
Frankreich drehte ein 0:2 gegen Tschechien in ein 3:2, am Ende setzte sich der Favorit aber mit 6:3 durch.
Beide Teams waren mit einer Niederlage ins Turnier gestartet. Für Tschechien war die Ausgangslage deshalb klar: Dieses Spiel musste gewonnen werden. Frankreich hingegen konnte befreit auftreten – ein Sieg wäre eine Überraschung gewesen, aber nach dem Auftritt gegen die Schweiz wusste man, wie unangenehm dieses Team zu bespielen ist.

Tschechien tat sich zunächst schwer, ins Spiel zu finden. Zwar übernahmen die Tschechen mit zunehmender Dauer die Initiative, doch der Start war zäh. In der 6. Minute kassierte Pierre Crinon eine Strafe wegen Behinderung, und Tschechien nutzte wenig später die nächste Gelegenheit konsequent. Martin Nečas traf zum 1:0 mit einem wuchtigen One-Timer vom linken Bullypunkt, mustergültig vorbereitet von David Pastrňák. Torhüter Martin Neckar war mit der Kufe noch knapp am Puck, konnte den Einschlag am tiefen Pfosten aber nicht verhindern.
Frankreich blieb diszipliniert in der Defensive. Zwar erhöhte Michal Kempný nach 13 Minuten auf 2:0 – ein satter, verdeckter Schuss durch viel Verkehr vor dem Tor, bei dem Neckar wohl die Sicht fehlte –, doch auch danach wirkte Tschechien nicht überragend. Die Limiten im Spielaufbau und im Zugriff ohne Scheibe waren sichtbar. Frankreich verteidigte kompakt, konsequent und wartete auf seine Momente. Nach dem ersten Drittel sprach das Schussverhältnis von 16:3 klar für Tschechien, doch das Spiel war enger, als es die Zahlen vermuten liessen.

Im Mitteldrittel kippte die Partie. Tomas Hertl kassierte früh eine Strafe, und Frankreich nutzte die Phase. In der 22. Minute verkürzte Louis Boudon auf 1:2, nachdem Daniel Vladař ohne Stock im Tor stand und beim Rebound keine Abwehrchance hatte. Auch hier wurde nicht auf Torhüterbehinderung geprüft – eine Szene, die an die fehlende Challenge gegen Kanada erinnerte.Nur zwei Minuten später glich Boudon zum 2:2 aus. Der Treffer war sauber herausgespielt, Charles Bertrand bediente ihn perfekt in den Lauf. Tschechien wirkte in dieser Phase komplett überrumpelt. Kaum Zugriff, kaum Bewegung in der Defensive, zu viel Zuschauen. In der 26. Minute traf Hugo Gallet gar zum 3:2 für Frankreich, frei zum Abschluss kommend, über die Schulter von Vladař. Innerhalb von fünf Minuten drehte Frankreich das Spiel mit drei Treffern – verdient, weil es im Mitteldrittel klar dominierte. Auffällig war auch: Nach dem 3:2 blieb das erhoffte Time-Out aus. Weder von der Bank noch auf dem Eis war grosse Kommunikation zu erkennen.

Die Antwort kam dennoch. In der 34. Minute nutzte David Pastrňák einen erneut nicht sauber gedeckten nahen Pfosten zum 3:3. Kurz vor der zweiten Pause folgte die nächste Wendung: In Unterzahl traf Matej Stránský zum 4:3. Frankreich hatte zwar zwischenzeitlich das Momentum, doch Tschechien schlug im richtigen Moment zurück. Das Schussverhältnis im zweiten Drittel (7:5 für Tschechien) spiegelte die ausgeglichene, aber intensive Phase wider.
Im Schlussdrittel setzte Tschechien früh ein Zeichen. Filip Chlapík verwertete in der 42. Minute einen Rebound nach starkem Netdrive zum 5:3. Nur Sekunden später erhöhte Roman Červenka mit einem wunderbaren Solo nach schnellem Konter und Zuspiel von Lukáš Sedlák auf 6:3. Frankreich reagierte mit einem Torhüterwechsel – Julian Junca ersetzte Martin Neckar, der allerdings an der Wende wenig Schuld trug.
Frankreich hatte das Spiel im Mitteldrittel klar an sich gerissen und Tschechien an den Rand einer Überraschungsniederlage gebracht. Doch in der entscheidenden Phase fehlten die Kräfte, während Tschechien seine individuelle Qualität ausspielte. Die Partie zeigte zwei Gesichter: Ein dominantes französisches Mitteldrittel – und eine tschechische Effizienz, die das Spiel letztlich entschied.
Stimme zum Spiel von Yohann Auvitu (FRA): „Wir hatten einen langsamen Start in das Spiel aber wir haben eine gute Antwort im Mitteldrittel gefunden. Dann haben wir aber die Rechnung für unsere Fehler erhalten. Es ist gutzu lernen und es ist auch ein Glück das wir überhaupt hier sein dürfen. Es ist für uns ein Lernprozess der hier sehr schnell gehen muss.“
Mehr über Yohann Auvitu gibt es morgen auf Puckfans.athttps://www.puckfans.at/photo-gallery-olympic-games-2026-mens-hockey-fra-cze-36/