Schweiz gewinnt gegen Clara

Jason Seed #6, Sandro Schmid #73, Damian Clara#20, Olympic Games 2026 Mens QG SUI – ITA, Milano Rho Ice Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser
Die Schweiz stweht mit dem 3:0 Sieg gegen Gastgeber Italien und dessen Goalie Damian Clara erwartungsgemäß im Viertelfinale.

Die Rollen waren vor dem Spiel klar verteilt. Die Schweiz ging als deutlicher Favorit in dieses Duell, alles andere als ein Sieg wäre einer Überraschung gleichgekommen. Italien hingegen setzte – wie schon im bisherigen Turnierverlauf – auf Disziplin, Kollektivarbeit und einen Mann im Tor: Damian Clara.
Der Start war entsprechend nervös. Bereits nach wenigen Sekunden wurde ein Linienrichter angeschossen, kurz darauf verschwand ein italienischer Spieler nach einem Zusammenprall in der Kabine. Das Spiel wirkte zunächst etwas holprig – passend zur Favoritenrolle, mit der sich die Schweiz traditionell nicht immer leicht tut.

Jonas Siegenthaler #71, Leonardo Genoni #63, Tommaso De Luca #88, Olympic Games 2026 Mens QG SUI – ITA, Milano Rho Ice Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Doch dann übernahm sie das Kommando. In der 3. Minute war es Philip Kurashev, der eine sauber herausgespielte Kombination zur frühen Führung abschloss. Die Schweizer agierten mit Tempo, mit klarer Scheibenverteilung, technisch überlegen. Italien verteidigte kompakt, blieb aber offensiv limitiert.
In der 11. Minute erhöhte Roman Josi auf 2:0. Der Druck war konstant, die Schussstatistik sprach eine deutliche Sprache. Nach 18 Minuten lag sie bereits klar auf Schweizer Seite, am Ende des ersten Drittels standen 14:10 Abschlüsse für die Schweiz zu Buche.
Und dennoch: Immer wieder stand Clara im Mittelpunkt. Ruhig, sicher, mit klarer Technik – ein Torhüter, der während des gesamten Turniers bewies, weshalb die Anaheim Ducks ihn gedraftet haben. Ohne ihn wäre dieses Spiel schon früh entschieden gewesen.

Damian Clara#20, Timo Meier #28, Jason Seed #6, Olympic Games 2026 Mens QG SUI – ITA, Milano Rho Ice Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Im zweiten Abschnitt änderte sich das Bild kaum. Die Schweiz bestimmte das Geschehen, hatte aber Mühe, die Partie endgültig zu kontrollieren. Strafen auf beiden Seiten – Moser wegen Cross-Checkings, Knak ebenfalls mit einem Cross-Check, Di Tomaso wegen Stockschlags, Frycklund wegen Hakens – unterbrachen immer wieder den Rhythmus. Härteeinlagen von Kurashev und Mantenuto sorgten zusätzlich für Emotionen.
Italien blieb als Kollektiv diszipliniert, technisch limitiert, aber strukturiert. Die Schweiz war individuell klar besser besetzt, tat sich jedoch schwer, die Dominanz in eine beruhigende Führung auszubauen.

Nick Saracino #18, Roman Josi #90, Nico Hischier #13, Olympic Games 2026 Mens QG SUI – ITA, Milano Rho Ice Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Die Entscheidung fiel im Schlussdrittel. In der 46. Minute kassierte Frycklund eine Strafe wegen übertriebener Härte. Die Schweiz nahm sofort ein Timeout – ein klares Signal. Sechs Sekunden nach Ablauf der Strafe spielte die Nati ein Bilderbuch-Powerplay: Tic-Tac-Toe über Damien Riat und Timo Meier, Nico Hischier vollendete zum 3:0. Spätestens da war die Partie entschieden.
Die Schweiz war über weite Strecken das klar bessere Team – individuell stärker, spielerisch variabler, mit deutlich mehr Offensivaktionen. Italien kämpfte, blockte, arbeitete als Einheit – doch ohne Clara im Tor wäre das Resultat wohl deutlicher ausgefallen. Ein Pflichtsieg für die Schweiz. Und ein weiteres Bewerbungsschreiben von Damian Clara in Richtung der Anahaim Ducks.

Stimmen zum Spiel:
Damian Clara (ITA): „Als gesamtes Team wussten wir, dass heute alles auf dem Spiel stand. Ich denke, wir haben mit großem Herz und viel Einsatz gespielt. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und denke, wir haben gezeigt, dass wir auf höchstem Niveau spielen und mithalten können.
Ich hoffe, dass viele Kinder in Mailand und Norditalien vor dem Fernseher sitzen und denken: ‚Hey, das sieht lustig aus, das will ich auch mal ausprobieren.‘ Wenn wir nur ein paar mehr Kinder fürs Eishockey begeistern können, werden wir in Zukunft eine stärkere Nationalmannschaft haben.“
Thomas Larkin (ITA): Es ist vorbei. Natürlich ist es schwer, Spiele zu gewinnen, wenn man keine Tore schießt, aber die Schweiz ist ein unglaubliches Team mit unglaublicher Erfahrung und großem Talent. Es lief nicht so, wie wir es uns gewünscht hätten, aber wir haben nie aufgegeben.
„Unser Goalie hat uns die Chance gegeben, mitzuhalten. Er hat ein unglaubliches Turnier gespielt. Er wird noch lange Karriere haben.“

Photo Gallery Olympic Games 2026 Mens QG SUI – ITA 3:0