Kanada Top – Pastrňák abgemeldet

Sidney Crosby #87, Cale Makar #8, Dominik Kubalik #81, Olympic Games 2026 Mens Hockey CZE – CAN, Milano Santa Giulia Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser
Team Canada hat im Prestigeduell gegen Tschechien ein deutliches Zeichen gesetzt und sich mit einem klaren 5:0-Erfolg durchgesetzt.

Was auf dem Papier wie ein souveräner Auftritt wirkt, war in der Anfangsphase jedoch alles andere als fehlerfrei – erst mit zunehmender Spieldauer übernahm das Team endgültig die Kontrolle.
Die Partie begann intensiv. Bereits in der zweiten Minute musste Lukas Sedlák wegen Haltens auf die Strafbank. Kanada kam zu einer guten Powerplay-Möglichkeit, doch das tschechische Boxplay arbeitete sauber, gradlinig und liess kaum klare Abschlüsse aus dem Slot zu. Kurz darauf kassierte Nick Suzuki selbst eine Strafe wegen Beinstellens. Kanada traf zwar, doch der Treffer wurde aufgrund des vorangegangenen Fouls aberkannt – sehr zum Unverständnis vieler Zuschauer in der Halle.

Sidney Crosby #87, Radek Faksa #12, Mitchell Marner #93, Lukas Dostal #1, Olympic Games 2026 Mens Hockey CZE – CAN, Milano Santa Giulia Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Kanada setzte früh auf aggressives Forechecking und attackierte den Scheibenführer der Tschechen sofort. Dieses frühe Anlaufen nahm Tschechien Zeit im Aufbau und erschwerte es insbesondere David Pastrňák, ins Spiel zu finden. Dennoch zeigte sich Kanada in der Defensive nicht immer sattelfest. In der zehnten Minute verhinderte Jordan Binnington beinahe ein Eigentor, als ein abgefälschter Puck gefährlich vor ihm auftauchte. Parayko lenkte die Scheibe mit dem Schlittschuh gefährlich ab. Auch in der 18. Minute musste Binnington mit einer Glanztat retten, nachdem die kanadische Abwehr erneut ungeordnet wirkte.
Kurz vor der ersten Pause fiel dann die Führung. Macklin Celebrini traf zum 1:0. Eine Coaches Challenge wegen eines möglichen hohen Stocks wäre durchaus denkbar gewesen, blieb aber aus – eine Entscheidung, die aus tschechischer Sicht später noch Gewicht bekommen sollte. Mit einem ausgeglichenen Schussverhältnis von 11:11 ging es in die Kabinen, doch mental lag das Momentum nun bei Kanada.

David Kampf #64, Macklin Celebrini #17, Olympic Games 2026 Mens Hockey CZE – CAN, Milano Santa Giulia Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Im zweiten Drittel erhöhte Kanada den Druck. Mitch Marner lupfte die Scheibe über den am Boden liegenden Radko Dudas, Mark Stone vollendete sehenswert zum 2:0. Tschechien wurde durch das konsequente Dump-and-Chase-Spiel der Kanadier immer tiefer in die eigene Zone gedrängt. Die Absicherung musste breiter und vorsichtiger erfolgen, was Offensivimpulse weiter hemmte. Bo Horvat erzielte in Überzahl das 3:0, nachdem Michal Kempný wegen Stockschlags auf der Strafbank sass. Spätestens hier war das Spiel strukturell gekippt.

Ondrej Palat #18, Thomas Harley #20, Jordan Binnington #50, Sam Bennett #9, Olympic Games 2026 Mens Hockey CZE – CAN, Milano Santa Giulia Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Im Schlussdrittel nutzte Kanada jede Unordnung eiskalt. Nathan MacKinnon erhöhte nur 13 Sekunden nach einem Bully auf 4:0, nachdem Connor McDavid mit einem präzisen Flip-Pass über die Stockschaufel von Dostal hinweg auflegte – ein technisch brillanter Moment. Nick Suzuki setzte in der 54. Minute mit dem 5:0 den Schlusspunkt. Dostal wurde am Pfosten erwischt, der Winkel war minimal, doch auf diesem Niveau ist selbst das entscheidend.

Auffällig war, wie effektiv Kanada Pastrňák neutralisierte. Der tschechische Schlüsselspieler erhielt kaum Raum und wurde permanent früh unter Druck gesetzt. Gleichzeitig blieb Kanada trotz offensiver Wucht defensiv nicht fehlerfrei – der Unterschied war jedoch, dass Binnington die kritischen Momente entschärfte.
Ein deutlicher Sieg – mit einem starken Torhüter im Rücken, aggressivem Forechecking und einer Offensivqualität, die kleine Fehler sofort bestraft.

Radko Gudas (CZE): Kanada ist ein großartiges Team. Sie sind seit Langem das beste Team gegen das wir gespielt haben. Wir haben uns alle auf dieses Turnier gefreut – die Besten der Besten. Sie sind mit ihrer Top-Mannschaft angetreten und haben ein Wahnsinnsspiel abgeliefert. Wir haben gekämpft. Leider haben sie einige unserer Fehler genutzt. Wir hatten auch früh im Spiel einige Chancen, die das Spiel vielleicht hätten spannender machen können. Wir haben aber bis zum Schluss gekämpft. Wir sind mit dem Ergebnis nicht zufrieden, aber es ist ein Turnier, und die wichtigsten Spiele stehen noch bevor. Darauf konzentrieren wir uns jetzt.“
Tomas Hertl (CZE): „Sie haben wahrscheinlich das größte Talent im Turnier, einige der besten Spieler der Welt, aber ich denke, wir hatten einen ziemlich guten Start. Wir waren nah dran – mit ein paar Chancen mehr hätte es anders laufen können. Das dritte Drittel war hart, aber ich denke, wir haben in den ersten beiden Dritteln bewiesen, dass wir gegen sie mithalten können. Wir haben ein paar Fehler gemacht, aber wir müssen daraus lernen, besonders einige Europäer. Sie haben zwei Wochen lang nicht gespielt.“
Connor McDavid (CAN): „Ich fand unsere Mannschaft heute insgesamt super. Alle Spieler haben ihren Beitrag geleistet, und es war ein guter Sieg. Im Laufe des Spiels kamen wir immer besser ins Spiel. Wir konnten den Gegner offensiv unter Druck setzen und das Spielgeschehen an uns holen. Wir hatten ein hartes Spiel erwartet. Tschechien ist ein großartiges Team mit großartigen Spielern. Sie sind sehr stolz und haben die Weltmeisterschaft vor zwei Jahren nicht umsonst gewonnen.

Sidney Crosby #87, Olympic Games 2026 Mens Hockey CZE – CAN, Milano Santa Giulia Arena, © Puckfans.at / Andreas Robanser

Sidney Crosby (CAN): „Wir wollten einfach gut ins Spiel kommen, und ich bin froh, dass verschiedene Spieler ihren Beitrag geleistet haben. Jordan (Binnington) hat natürlich wirklich gut gespielt. Ich möchte mich vor ihm weiter verbessern. Er hat einige großartige Saves gezeigt.“
Nathan MacKinnon (CAN): „Ich fand das erste Drittel schwierig. Wir waren nervös. Die Olympischen Spiele sind etwas riesiges, und ich war nervös. Normalerweise kann ich vor einem Spiel schlafen, aber diesmal ging es nicht. Wir sind gut in dem, was wir tun, aber bei diesem Turnier fühlen wir uns wie Kinder.“

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