Kanada setzt sich nach Verlängerung gegen Tschechien durch. Nicht glanzvoll, aber erarbeitet und verdient.
Kanada steht im Halbfinale – aber dieser Sieg war härter erarbeitet, als es das Vorrundenergebnis vermuten liess. Nach dem klaren 5:0 in der Gruppenphase gewann Team Canada das Viertelfinale gegen Tschechien mit 4:3 nach Verlängerung. Am Ende glücklich, über weite Strecken jedoch aufgrund der Spielanteile verdient,
Die Partie begann mit Tempo. Bereits in der 3. Minute brachte Macklin Celebrini Kanada in Führung. Der Youngster nutzte einen Verteidiger perfekt als Screen, Dostal hatte keinerlei Sicht auf den Abschluss. Doch die Tschechen reagierten stark. Lukas Sedlak glich in der 8. Minute aus – Roman Cervenka bediente ihn mustergültig im Slot, Sedlak verwertete direkt. Genau die richtige Antwort auf den frühen Rückstand.
Das Spiel nahm sofort Intensität auf. Rutta musste wegen Haltens auf die Strafbank, Crosby traf kurz darauf nur den Pfosten. Auch Tschechien setzte Akzente: Cervenka verzeichnete ebenfalls einen Aluminiumtreffer. In der 14. Minute nutzten die Tschechen ihr Powerplay eiskalt. David Pastrnak hämmerte einen One-Timer vom linken Anspielpunkt ins Netz – keine Chance für den kanadischen Goalie. Assistgeber waren Hronek und erneut Cervenka. Kanada wirkte nach dem 1:2 kurzzeitig irritiert. McDavid setzte in der 19. Minute noch einen Schuss an den Pfosten, doch Tschechien ging mit einer 2:1-Führung in die Pause. Das Schussverhältnis von 11:10 für Kanada zeigte, wie ausgeglichen das erste Drittel verlief.
Im zweiten Abschnitt kippte die Partie deutlich. Kanada kam mit spürbar höherem Tempo aus der Kabine. Tschechien verteidigte zunächst diszipliniert und schloss den Slot konsequent, doch das Druckspiel der Nordamerikaner wurde immer dominanter. Nach einer Strafe gegen Kempny nutzte Kanada das Powerplay. Nathan MacKinnon verzögerte klug, schloss präzise ab – Dostal sah erneut wenig. Der Ausgleich war die logische Konsequenz. Kanada übernahm nun klar das Kommando. Mehrere Abschlüsse, darunter erneut ein Pfostenschuss, unterstrichen die Überlegenheit. Das Schussverhältnis von 17:5 im zweiten Drittel sprach eine deutliche Sprache.
Im Schlussabschnitt verteidigten die Tschechen kompakter und liessen weniger klare Abschlüsse zu. Dennoch gelang ihnen in der 52. Minute die erneute Führung. Ondrej Palat entwischte nach starker Vorarbeit von Necas und verwertete einen Breakaway zum 3:2. Kanada reagierte mit massivem Druck, doch zwischenzeitlich fehlte die Kreativität im Zentrum. Vier Minuten vor Schluss fiel der Ausgleich: Devon Toews brachte die Scheibe aufs Tor, Nick Suzuki lenkte entscheidend ab – 3:3.
Die Verlängerung musste entscheiden. Und dort unterlief Dostal der entscheidende Fehler. Mitch Marner zog auf die Backhand und hob die Scheibe über die Schulter des tschechischen Keepers. Dostal ging früh runter – ein Tor, das haltbar schien.
Kanada dominierte insbesondere das zweite Drittel klar und hatte insgesamt mehr Spielanteile. Tschechien überzeugte mit Effizienz und starker Slot-Arbeit, verteidigte leidenschaftlich und hielt lange dagegen. Am Ende setzte sich jedoch die höhere individuelle Klasse durch.
Ein intensives Viertelfinale auf hohem Tempo-Niveau – mit einem verdienten, wenn auch späten Happy End für Kanada.