
Auf dem Papier schien das Spiel zwischen Schweden und der Schweiz eine klare Angelegenheit zu sein. Es kam jedoch anders. Schweden feiert einen knappen 4:2 Sieg.
Nach der knappen 1:2-Niederlage gegen die USA standen die Schweizer nur rund 17 Stunden später erneut auf dem Eis. Schweden hingegen hatte nach dem Spiel gegen Tschechien einen kompletten Ruhetag. Diese unterschiedlichen Voraussetzungen machten sich zu Beginn der Partie bemerkbar – allerdings nicht in der erwarteten Form.
Bereits nach 53 Sekunden gingen die Schweden in Führung. Ein harmlos wirkender Abschluss von Eric Nilson wurde für die Schweiz zum frühen Rückschlag: Torhüter Elijah Neuenschwander erwischte den Puck unglücklich und bugsierte ihn mit der eigenen Kufe ins Tor. Unglücklicher hätte die Partie aus Schweizer Sicht kaum beginnen können.

Das Team von Jan Cadieux, der bei dieser U20-Weltmeisterschaft erstmals als Cheftrainer an der Bande steht und nach der Saison die A-Nationalmannschaft übernehmen wird, zeigte sich davon jedoch unbeeindruckt. Mit viel Vertrauen in das eigene Spiel agierten die Schweizer defensiv diszipliniert und liessen den Schweden nur wenige klare Abschlüsse zu. Mit zunehmender Spieldauer fanden sie immer besser in die Partie und setzten ihrerseits Akzente in der Offensive.Der Ausgleich fiel folgerichtig in der 15. Minute. Beni Waidacher nutzte eine Unordnung in der schwedischen Defensive konsequent aus und traf zum 1:1. Die Abwehr der Tre Kronor machte in dieser Szene keine gute Figur – für die Schweizer war dies jedoch nebensächlich.

Im zweiten Drittel entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Beide Teams spielten mit hohem Tempo, ohne dabei grössere Risiken einzugehen. Hochkarätige Chancen blieben zunächst Mangelware, und wenn sich Möglichkeiten ergaben, waren beide Torhüter zur Stelle. Keines der Teams vermochte dem Spiel frühzeitig den eigenen Stempel aufzudrücken.
Optisch war die Partie ausgeglichen, doch ein Blick auf die Schussstatistik zeichnete ein leicht anderes Bild: Die Eidgenossen erspielten sich ein Plus an Abschlüssen und nahmen den Schweden damit zunehmend den Rhythmus. Dieser Vorteil zahlte sich in der 39. Minute aus. Lars Steiner brachte die Schweiz mit einem harten Abschluss erstmals in Führung. Der Schuss war so wuchtig, dass die Schiedsrichter den Treffer zunächst nicht wahrnahmen und das Spiel weiterlaufen liessen. Erst nach einer kurzen Unterbrechung und einem Videoreview wurde das Tor bestätigt.
Die Schweizer Führung war zu diesem Zeitpunkt keineswegs gestohlen, sondern entsprach dem Spielverlauf nach vierzig Minuten.

Im letzten Drittel reagierten die Schweden heftig auf den Rückstand. Nur 57 Sekunden nach Wiederbeginn versenkte Viggo Björck seinen Schuss zum Ausgleich. Es schien, als seien die Schweizer noch in der Garderobe. Dieser Weckruf war jedoch wichtig und richtig für die jungen Eidgenossen. Trotz beherzter Gegenwehr gelang es den Schweden in der 47. Minute, erneut in Führung zu gehen. Lucas Pettersson umkurvte Neuenschwander und traf aus guter Position zum 3:2.
Die Schweizer blieben jedoch dran. Sie spielten weiter auf Augenhöhe und machten den Schweden das Leben schwer. Diese profitierten in der Folge allerdings von einer umstrittenen Entscheidung der Schiedsrichter, die eine Torhüterbehinderung an Neuenschwander nicht ahndeten und das Spiel weiterlaufen liessen. Solche Fehler dürfen auf diesem Niveau nicht passieren – zumal der Schweizer Torhüter danach ohne Stock weiterspielen musste.
75 Sekunden vor Spielende ersetzte Cadieux Neuenschwander durch einen zusätzlichen Feldspieler und nahm kurz darauf sein Time-out. Der Coach gab klare Anweisungen, um doch noch den Ausgleich zu erzwingen. Neuenschwander kehrte nochmals ins Tor zurück, doch wie so oft blieb das Risiko ohne Ertrag. Die Schweden machten den Deckel drauf und entschieden die Partie mit 4:2 für sich.
Morgen haben die Schweizer einen freien Tag, bevor sie am Dienstag auf Deutschland treffen. Die Schweden spielen einen Tag früher ebenfalls gegen denselben Gegner.

Stimmen zum Spiel:
Lars Steiner: Wir waren erneut gut tran und wir önnen sagen das wir mit den großen Nationen mitspielen können. Man merkt ein zwei Fehler und man läuft einenRückstand hinterher. Für die nächsten Spiele müssen wir einfach so weiter Spielen wir sind auf einen guten Weg.
Leon Muggli: Wir haben rasch ein Gegentor erhalten und wir haben gewusst wir haben das ganze Spiel noch vor uns. Wir haben uns darauf fokusiert und das hat dann sehr gut funktioniert. Wenn man gegen gute Teams viele Dtrafen nimmst ist das nicht gut aber wir haben einen guten Job gemacht.
Beni Waidacher: Wir haben gut gestartet und die ersten 40 Minuten haben wir gut mitgehalten aber Strafen genommen. Das schnelle Gegentor haben wir schnell vergessen und weiter gespielt. Es waren nur 24 Stunden zwischen den beiden Spielen, das hat man gespürt aber wir hatten das nötige Selbstvertrauen.
Zur Photo Gallery des World Juniors Spiel SWE – SUI 4:2