
Tschechien steht im Viertelfinale, doch der Weg dorthin war gegen Dänemark alles andere als souverän. Am Ende gab es einen 3:2 Sieg.
Der Favorit setzte sich gegen ein taktisch starkes Dänemark mit 3:2 durch – verdient aufgrund der individuellen Klasse, aber deutlich umkämpfter, als es viele erwartet hatten.
Von Beginn an war klar: Das wird kein Selbstläufer. Dänemark trat diszipliniert auf, verteidigte im 1-4- beziehungsweise 1-2-2-System kompakt und nahm den Tschechen die Räume im Zentrum. Pastrňák wurde früh gestört, Cervenka kam kaum in freie Abschlusspositionen, und das erste tschechische Powerplay wirkte überraschend ideenlos. Nach 20 Minuten stand es 0:0, die Schüsse lauteten 8:6 für Tschechien – optische Überlegenheit, aber wenig echte Torgefahr.
Im zweiten Drittel nahm die Partie Fahrt auf. Nach einer Strafe gegen Lars Eller nutzte Martin Nečas das Powerplay zur Führung. Endlich kam Tempo ins Überzahlspiel, endlich wurde der Slot bespielt – genau das, was im Startdrittel gefehlt hatte.
Doch Dänemark reagierte sofort. Alexander True vollendete einen mustergültigen Konter zum 1:1. Die tschechische Defensive wirkte in dieser Szene ungeordnet, fast zögerlich.
Dann folgte die spielentscheidende Phase. Innerhalb von nur zwei Minuten schlugen die Tschechen eiskalt zu. David Kampf traf zur erneuten Führung, weil Dänemark im Slot nicht konsequent genug verteidigte. Kurz darauf erhöhte Roman Cervenka mit einem perfekten Abschluss auf 3:1. In diesen Momenten blitzte die individuelle Klasse des Favoriten auf – präzise, effizient, kompromisslos.Doch Dänemark blieb im Spiel. Nicolai Olesen verkürzte noch vor der Pause auf 3:2, nachdem er sich stark im Zentrum durchgesetzt hatte. Auch hier offenbarte Tschechien defensive Lücken.

Im Schlussdrittel verlagerte sich das Spiel zunehmend in die tschechische Zone. Zwei Strafen gegen den Favoriten brachten zusätzliche Spannung, Dänemark drückte in den letzten Minuten auf den Ausgleich. 58:08 vor Schluss ging der dänische Torhüter vom Eis, die Nordländer warfen alles nach vorne. 30 Sekunden vor dem Ende hatte Ehlers den Ausgleich auf dem Stock – knapp vorbei.
Die Shot Charts unterstreichen das Gesamtbild: Tschechien generierte insgesamt mehr Abschlüsse und hatte im Mittelabschnitt klare Vorteile im gefährlichen Raum vor dem Tor. Dänemark hingegen kam mit weniger Volumen, aber hoher Effizienz – besonders über Konter und aus dem Slot.
Am Ende steht ein Favoritensieg. Doch es war keiner dieser dominanten Auftritte, bei denen der Gegner früh die Hoffnung verliert. Tschechien gewann dank individueller Qualität. Dänemark überzeugte als geschlossene Einheit.
Viel Drama. Genug Qualität. Und ein Spiel, das enger war, als es die Rollenverteilung vermuten liess.