
Schweiz und Tschechien machten den zweiten und dritten Platz der Gruppe A unter sich aus. Das Spiel war lange ausgeglichen und so wurde es erst in der Overtime entschieden.
Die Schweiz war aufgrund der Ausfälle von Kevin Fiala (Turnierende), Andrea Glauser und Denis Malgin (beide day-to-day) deutlich schwächer aufgestellt, als noch zu Beginn des Spiels gegen die Ahornblätter. Die bisher nicht eingesetzten Simon Knak und Tim Berni rückten nach. Doch konnten sie die Ausfälle kompensieren?Sicherlicht nicht gänzlich, aber zumindest teilweise. Diese Änderung hatte auch einen großen Einfluss auf die Linienzusammenstellung von Patrick Fischer. So kreierte er in den ersten zwei Blöcken zwei offensiv starke Linien, während die dritte und vierte Linie hauptsächlich für defensive Stabilität sorgen sollte.

Bis zur sechsten Minute war es das Spiel der Schweizer, die von Beginn weg mit viel Tempo, Geradlinigkeit und Zweikampfstärke hinein ging. Die erste Strafe kassierte Damien Riat aufgrund eines hohen Stocks. Das Unterzahlspiel sprach aber für die Schweiz, die keinen frühen Treffer zuließen. Das Score eröffnete später aber trotzdem Tschechien. Filip Chlapik konnte einen Querpass von Martin Necas in der 16. Minute ins Tor befördern. Für Genoni war der Treffer unhaltbar.
Jonas Siegenthaler musste in der 18. Minute auf die Strafbank nach einer unglücklichen Intervention an der offensiven blauen Linie. Die Schweiz zeigte ein starkes Unterzahlspiel. Janis Moser scheiterte im Alleingang zweimal an Lukas Dostal und am offenen Tor. Im Gegenzug stürmten Martin Necas und David Pastrnak auf das Schweizer Tor zu, doch Letztgenannter scheiterte an der Top-Abwehr von Roman Josi, der dabei vollen Körpereinsatz zeigte.

Der Schweizer Captain wird im Mittelabschnitt zum Mann der Wende. Nachdem die Schweizer zwei Überzahlsituationen nicht nutzen konnten, überstand das Team von Patrick Fischer die dritte Unterzahl. Wenn auch mit viel Glück. Denn David Pastrnak hatte das offene Tor vor sich und das 2:0 auf dem Stock. Janis Moser und Leonardo Genoni lenkten den Puck aber mit ihren Stöcken übers Tor ab. Diese Aktion stand am Anfang einer starken Schweizer Phase im Mittelabschnitt.
Denn kurz darauf lancierte Roman Josi den 1:1-Ausgleich. Er wollte eigentlich quer durch den Slot spielen, traf mit dem Puck aber den Schlittschuh von Radko Gudas, der diesen unhaltbar ins eigene Tor lenkte. 1:1 nach 37 Minuten und der definitive Momentum-Change. Keine zwei Minuten später half Roman Cervenka mit seinem Beinstellen nicht, dieses Momentum wieder auf ihre Seite zu lenken. Die Schweizer nutzten das Powerplay nach 25 Sekunden aus und trafen durch Timo Meier, der den Abpraller vor Lukas Dostal zur Führung verwertete.

Im Schlussdrittel brach Tschechien einmal das Schweizer Momentum und zwar in der 47. Minute, als Radim Simek den Ausgleich erzielte. Diese Führung hielt nur kurz. Pius Suter ging wenige Minuten später im Slot der Tschechen vergessen und traf zur erneuten Führung.
3:26 vor Schluss wurde das vermeintliche 3:3 der Tschechen direkt aberkannt, da David Pastrnak Leonardo Genoni Sekunden zuvor am Kopf traf und dadurch eine Goaliebehinderung gepfiffen wurde. Nach einem Time-out ging es für Tschechien mit 6 gegen 5 weiter. Martin Necas glich in der 58. Minute mit einem One-Timer dann doch noch aus und rettete Tschechien damit mindestens einen Punkt. In der 62. Minute holte sich die Schweiz den Zusatzpunkt dank dem Treffer von Dean Kukan, der via Torumrandung traf.

Stimmen zum Spiel:
Christoph Bertschy (SUI): Wir hätten lieber in der regulären Spielzeit gewonnen aber ich glaube es hat gezeigt welchen Karrakter die Mannschaft hat das wir in der Overtime trotzdem noch den Sieg nachhause fahren konnten. Die Tschechen hatten eine wirklich gute Phase in den letzten 10 Minuten des dritten Drittels. So kann es im Hockey sein, Tschechien ist eben auch eine sehr gute Mannschaft aber einmal ist Eishockey sehr schön und manchmal weniger schön.
Leonardo Genoni (SUI): Wir haben sehr sehr gut in der Defensive gesoielt, ich glaube das war der Schlüssel zu diesem Sieg. Meine Verteidiger aber auch die Flügel haben sehr sehr viel Arbeit in der Defensive gemacht und haben es mir einfaher gemacht. Das wir noch vier Tore erzielen macht die Sache noch schöner.
Dean Kukan hat schön öffters in seiner Karriere solche Tore erzielt, ich bin sehr froh über diesen Sieg.
David Kampf (CZE): Es war ein sehr enges Spiel und die Schweiz hat eben das entscheidende Tor in der Overtime erzielt. Jetzt müssen wir bereit für das nächste Spiel sein und dort sind wir hoffendlich wieder stärker.
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