
Finnland feiert gegen die Schweizer Frauen mit dem 3:1 Erfolg ihren ersten Sieg an diesem Olympia Turnier.
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft der Frauen hat ihr Vorrundenspiel an den Olympischen Spielen in Mailand gegen Finnland mit 1:3 verloren. Das Resultat täuscht jedoch über den tatsächlichen Spielverlauf hinweg: Über weite Strecken agierten die Schweizerinnen auf Augenhöhe, defensiv diszipliniert und mit Geduld, ehe zwei kurze finnische Effizienzphasen und ein unglücklich verspringender Puck die Partie entschieden.
Die Schweiz startete stark in die Begegnung und setzte Finnland in den ersten Minuten überraschend unter Druck. Bereits in den ersten drei Minuten kamen die Schweizerinnen zu drei Abschlüssen, während die Finninnen zunächst ungewohnt fahrig wirkten. Erst ab der vierten Minute fand Finnland besser ins Spiel, ohne jedoch zwingend zu werden. Die Schweizer Defensive schloss den Slot konsequent, liess kaum zweite Chancen zu und zwang Finnland immer wieder zu Abschlüssen aus der Distanz. Torhüterin Saskia Maurer, die überraschend den Vorzug vor Andrea Brändli erhalten hatte, zeigte sich im ersten Drittel souverän. Trotz eines leichten finnischen Schussübergewichts blieb das Spiel torlos.

Auch im zweiten Drittel änderte sich zunächst wenig am Charakter der Partie. Der erste grosse Moment gehörte jedoch der Schweiz: Ivana Wey scheiterte in der 22. Minute alleine vor Finnlands Torhüterin Sanni Ahola, im direkten Gegenzug traf Finnland auf der anderen Seite nur den Pfosten. Kurz darauf fiel die Entscheidung in kleinen Schritten. In der 23. Minute erzielte Viivi Vainika das 1:0 für Finnland mit einem Hosenträger-Tor, Maurer wurde beim Verschieben erwischt.Die Schweiz blieb ruhig und überstand wenig später eine umstrittene Strafe gegen Alina Müller wegen angeblicher Torhüterbehinderung ohne Gegentor. Doch Finnland nutzte seine nächste Gelegenheit eiskalt: Julia Liikala, die in der Schweiz spielt und Maurer bestens kennt, traf in der 31. Minute zum 2:0 – ein präziser Abschluss oben links, zusätzlich durch einen Ablenker noch erschwert.
Die Reaktion der Schweizerinnen war bemerkenswert. Trotz erneuter Unterzahl gelang Alina Müller nach einem Fehler an der finnischen blauen Linie in Unterzahl der Anschlusstreffer zum 2:1. Das Spiel schien wieder offen, doch nur 35 Sekunden später folgte der wohl unglücklichste Moment der Partie: Die Scheibe versprang in der Schweizer Defensive, Finnland profitierte und stellte durch Väänänen auf 3:1. Es war kein taktischer Fehler, sondern ein klassischer Eishockeymoment – zufällig, aber entscheidend.

Im dritten Drittel versuchte die Schweiz noch einmal alles, blieb strukturiert und diszipliniert, doch die Kräfte schwanden. Vier Spiele in fünf Tagen hinterliessen ihre Spuren. Finnland verwaltete den Vorsprung geschickt, produzierte zwar auffallend viele Icings, liess defensiv aber nichts mehr anbrennen. Chancen blieben auf beiden Seiten Mangelware, Tore fielen keine mehr.
Trotz der Niederlage kann die Schweiz viel Positives aus der Partie mitnehmen. Die Defensive stand über weite Strecken stabil, die Spielanlage erinnerte an die kontrollierte, abwartende Herangehensweise der Schweizer Männer-Nationalmannschaft zu Zeiten von Ralph Krueger. Der kurzfristige Ausfall von Lara Stalder nach einem Schuss an den Kopf im Aufwärmen wog schwer – mit ihr hätte der Schweiz insbesondere im Slot eine zusätzliche Abschlussoption zur Verfügung gestanden.

Die Schweizerinnen schliessen die Vorrunde mit zwei Punkten ab, bleiben aber spielerisch überzeugend. Der fünfter Rang ist ein starkes Resultat und Ausdruck der gestiegenen Qualität. Gegen Finnland zeigte die Schweiz, dass sie auf diesem Niveau mithalten kann – entschieden wurde das Spiel nicht durch Dominanz, sondern durch Effizienz und einen unglücklichen Moment. Bereits am Freitag oder Samstag kann es wieder zu diesem Duell kommen. Wenn nicht Finnland die Kanadierinnen bezwingen würden.
Photo Gallery Olympic Games 2026 Womens Hockey FIN – SUI 3:1